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Westafrika Covid 19 Meldungen


Hinweis:

Die Pressemeldungen sind hier gekürzt wiedergegeben. Die ungekürzten Original-Meldungen entnehmen sie den jeweilig unten angefügten Hyperlinks.



16.04.2020

IWF kündigt wegen Belastungen durch Corona-Pandemie Erleichterungen für Entwicklungsstaaten an

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern, unterstützt der Internationale Währungsfonds (IWF) die westafrikanischen Staaten Ghana und Senegal mit Notkrediten. Ghana solle einen Kredit von einer Milliarde Dollar bekommen, Senegal etwa 440 Millionen Dollar, teilte der IWF mit. In beiden Staaten leide die Wirtschaft unter den Folgen der globalen Corona-Pandemie, weswegen auch die Regierungen finanziell unter Druck stünden und zusätzliche Liquidität bräuchten.

Für 25 Mitgliedsländer sieht der IWF im Rahmen seines "Catastrophe Containment and Relief Trust" (CCRT) zudem sofortige Schuldenerleichterungen vor. "Dies gewährt unseren ärmsten und schutzbedürftigsten Mitgliedern Zuschüsse zur Deckung ihrer IWF-Schuldenverpflichtungen für eine erste Phase in den nächsten sechs Monaten und wird ihnen helfen, mehr ihrer knappen finanziellen Ressourcen für lebenswichtige medizinische und andere Hilfsmaßnahmen zu verwenden", sagte IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva einer Mitteilung zufolge.

Der Katastrophenbeistandsfonds CCRT war während der Ebola-Krise in Westafrika 2015 geschaffen worden war und wird angesichts der Coronavirus-Pandemie nun umgenutzt. Derzeit umfasst der CCRT 500 Millionen Dollar. Die größten Beitragszahler sind Japan, Großbritannien, China und die Niederlande.

Virtuelle Frühjahrstagung von IWF und Weltbank - Der IWF drängt darauf, den verfügbaren Betrag auf 1,4 Milliarden Dollar zu erhöhen. Zu den ersten Ländern, die die Erleichterungen erhalten sollen, gehören unter anderem Afghanistan, Zentralafrikanische Republik, demokratische Republik Kongo, Gambia, Haiti, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Nepal, Niger, Ruanda, Tadschikistan, Togo und Jemen.

Vergangene Woche hatte IWF-Chefin Georgieva mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den Zwanziger- und Dreißigerjahren gewarnt. Selbst im besten Fall dürfte es im kommenden Jahr nur eine teilweise Erholung geben; es könnte aber auch schlimmer werden, sagte sie. Länger andauernde Beschränkungen des öffentlichen Lebens und des Wirtschaftsgeschehens in vielen betroffenen Ländern könnten zu einer noch tieferen und länger anhaltenden Rezession führen. Im Januar hatte der IWF für 2020 noch ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent prognostiziert.


Quelle: https://azertag.az/de



11.04.2020

"Ebola war furchtbar, aber Corona könnte viel schlimmer werden"

"Dieses Mal sind wir auf uns allein gestellt"

"Die offiziellen Zahlen hier in Guinea sind noch dreistellig. Aber in Wahrheit wissen wir nicht genau, wie viele Fälle es gibt. Woher sollen wir wissen, dass es nicht schon Infektionen gab, bevor wir überhaupt angefangen haben zu testen? Außerdem muss man in einem Land wie Guinea leider immer davon ausgehen, dass die Regierung uns nicht die Wahrheit erzählen würde, selbst wenn sie sie wüsste.

Natürlich habe ich Angst. Sehr viel sogar. Vor einigen Tagen haben sie bei uns hier im Innenhof des Krankenhauses einige blaue Zelte aufgebaut. Das soll ab jetzt unser nationales Corona-Zentrum sein. Das hat Patienten und Personal verängstigt.

Hier in Guinea wird nichts davon hergestellt. Bislang war das nie ein Problem. Aber jetzt wo Europa seine eigene Krise hat, können wir wohl kaum damit rechnen, dass sie ihre Masken und Schutzanzüge mit uns teilen.

Ich habe auch schon während der Ebola-Epidemie vor einigen Jahren hier am Krankenhaus gearbeitet. Das war eine furchtbare Zeit. Aber ich fürchte, Corona wird viel schlimmer. Damals waren Helfer aus der ganzen Welt da und haben uns unterstützt. Dieses Mal sind wir wohl auf uns allein gestellt."


Quelle: https://www.spiegel.de



01.04.2020

Wie Corona-Fake-News in Nigeria Leben gefährden

Falsche Medizin, Verschwörungstheorien, religiöse Ignoranz: Was Nigerianer über das Coronavirus erfahren, ist riskant. Und ein Teil der Fake News stammt von Donald Trump.

Idayat Hassan ist Direktorin des Centre for Democracy and Development (CDD) in Abuja in Nigeria, einem Thinktank, der zu Demokratie und Entwicklung in Westafrika arbeitet. Die Juristin und Entwicklungsexpertin war zuvor für die Bewegung gegen Korruption in Nigeria (MAC) tätig und forschte an verschiedenen Universitäten in Europa und den USA. Das CDD untersucht seit Langem die Verbreitung von Fake News, etwa während Wahlen oder Katastrophen.

Die globale Coronavirus-Pandemie kommt zu einer Zeit, in der es schwieriger denn je ist, Fakten und Fiktion voneinander zu unterscheiden. In Nigeria wird die Ausbreitung begleitet von einem Schwarm an Fehlinformationen und gezielter Desinformation, der Angst schürt und die Verwundbarkeit der Menschen ausnutzt. Viele Nigerianer weigern sich schlicht zu glauben, dass das Virus überhaupt existiert. So können sich falsche Fakten besonders gut verbreiten.

In Nigeria sind Fake News im Gesundheitsbereich nichts Neues. Auf dem Höhepunkt der Ebola-Epidemie 2014 waren überall im Land solche Geschichten in Umlauf, etwa der haltlose Ratschlag, die Verbreitung der Krankheit könne verhindert werden, indem man in Salzwasser bade und und es trinke – angeblich ging die Empfehlung zurück auf den Führer des früheren Königreichs Igala im Bundesstaat Kogi. Zwei Opfer waren aufgrund dieser Falschinformation zu beklagen, von acht Ebola-Toten in ganz Nigeria. Dieses Muster, dass Menschen dem Fake-News-Virus erliegen, ist während des aktuellen Coronavirus-Ausbruchs genauso zu beobachten. Als es Gerüchte gab, der Malaria-Wirkstoff Chloroquin könne gegen Covid-19 helfen, und US-Präsident Donald Trump diesen Glauben auch noch öffentlich unterstützte, waren die Folgen schwerwiegend: Die Gesundheitsbehörden melden bereits drei Fälle, in denen Menschen wegen einer Überdosis des Mittels in Kliniken behandelt werden mussten.

Die Bedrohung durch Fake News ist in Nigeria seit dem Ebola-Ausbruch 2014 noch gewachsen. Damals war die Verbreitung von Fehl- und Desinformationen noch nicht so weit entwickelt wie heute. Und auch die potenzielle Reichweite ist viel größer. 2015 hatten 76 Millionen Menschen im Land einen Internetanschluss, bis 2019 stieg die Zahl auf 122 Millionen. Am Centre for Democracy and Development haben wir das Fake-News-Ökosystem seit dem ersten bestätigten Fall von Covid-19 in Nigeria untersucht. Dabei ist zu beobachten, dass jene, die solche Informationen verbreiten, verschiedene Ziele haben: Panik schüren, Hamsterkäufe auslösen, falsche Heilmittel anbieten, medizinische Empfehlungen untergraben, Hatespeech gegen Nichtafrikaner propagieren, insbesondere gegen Chinesen, und generell eine Polarisierung entlang politischer Orientierungen befördern.

Wer verbreitet solche Fake News? Social-Media-Aktivisten, Influencer und selbst ernannte Informationskrieger nutzen ihre Kanäle und obskure Webseiten, um Falschmeldungen zu streuen, Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen und die Existenz von Covid-19 zu leugnen. Manchmal ist ihre Motivation einfach bloß, die Zahl ihrer Follower zu vergrößern. Der kontroverse Blogger Kemi Olunloyo etwa twitterte, Präsident Muhammadu Buhari sei krank und leide unter hartnäckigem Husten; um ihn zu behandeln, sei eine provisorische Intensivstation errichtet worden. Innerhalb von Stunden bekam der Tweet 3.300 Likes und wurde mehr als 2.000-mal geteilt.

In anderen Fällen verbreiteten sich sensationslüsterne Kommentare vermeintlicher Gesundheitsexperten überall im Land. Am 23. März etwa tauchte eine Sprachnachricht auf WhatsApp auf, in der ein angeblicher Funktionär der Weltgesundheitsorganisation WHO prognostizierte, dass mindestens 45 Millionen Nigerianer durch die Pandemie sterben würden. Der Clip erregte derart viel Aufmerksamkeit, dass die Seuchenbehörde NCDC sich genötigt sah, ihn mit einer eigenen Mitteilung öffentlich zu widerlegen. Andere sogenannte Experten empfahlen zur Heilung möglichst viel Sex oder einfach Sitzen in der Sonne, manche behaupteten, das afrikanische Blut sei immun gegen das Coronavirus. Für keinen dieser Ratschläge gibt es irgendeine medizinische Grundlage.


Quelle: https://www.zeit.de



19.03.2020

Weitere Corona-Fälle in Westafrika

Im westafrikanischen Burkina Faso ist die erste Patientin an Corona gestorben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind dort mittlerweile 20 Fälle registriert. Medien sprechen von 26 bestätigten Fällen.

Laut lokalen Medienberichten (Mittwoch) handelt es sich bei der gestorbenen Patientin um ein Mitglied des burkinischen Parlaments.

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt unterdessen auch in den Nachbarländern weiter. Unter den fünf neuen Fällen in Nigeria ist ein sechs Wochen altes Baby. Aktuell spricht die WHO von 477 Fällen (Stand Mittwochmittag) auf dem Kontinent.

Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, haben viele Regierungen weitreichende Maßnahmen ergriffen. In Benin gilt etwa seit Mittwoch eine 14-tägige Zwangsquarantäne für alle, die über den Flughafen "Cardinal Bernardin Gantin" nach Cotonou einreisen. Laut Regierungsangaben werden dafür Hotelzimmer angemietet.

Der Niger hat unterdessen für die kommenden zwei Wochen alle Landesgrenzen geschlossen. In Nigeria dürfen Menschen aus 13 besonders betroffenen Ländern mit mehr als 1.000 Fällen nicht mehr einreisen; dazu gehört auch Deutschland. In den meisten Ländern sind die Schulen geschlossen und Versammlungen verboten.

Fluggesellschaften schränken ihre regionalen und internationalen Verbindungen immer weiter ein. Malis Regierung hat angeordnet, vorerst alle kommerziellen Flüge einzustellen.


Quelle: Domradio.de



16.03.2020

Auch Afrika wird vom Coronavirus erfasst

Das neue Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Afrika aus. Die Konsequenz: Staaten wie Namibia oder Madagaskar streichen Flüge, schließen Schulen oder schließen ihre Häfen für Kreuzfahrtschiffe. Das hat auch Konsequenzen für Urlauber in diesen Ländern. Namibia setzte nach Verkündung seines ersten Falls für die Dauer von 30 Tagen alle Flüge von und nach Katar, Deutschland und Äthiopien aus.

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat den nationalen Notstand ausgerufen und warnt, dass der Ausbruch „potenziell dauerhafte“ Auswirkungen auf die am weitesten entwickelte Wirtschaft des Kontinents haben könnte, die sich bereits in einer Rezession befände. „Jedem Ausländer, der in den letzten 20 Tagen Länder mit hohem Risiko besucht hat, wird ein Visum verweigert“, sagte er. Südafrikaner, die die betroffenen Länder besuchten, würden bei der Rückkehr in ihre Heimat unter Quarantäne gestellt und Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten, so Ramaphosa.

Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta sagte, seine Regierung setze Reisen aus jedem Land mit gemeldeten Covid-19-Fällen aus. „Nur kenianische Staatsbürger und Ausländer mit gültigen Aufenthaltsgenehmigungen dürfen einreisen, sofern sie in Selbstquarantäne gehen“, erklärte er in einer Fernsehansprache. Das Verbot werde innerhalb von 48 Stunden in Kraft treten und mindestens 30 Tage in Kraft bleiben. Schulen sollten sofort schließen und Universitäten bis Ende der Woche, fügte er hinzu. Die Bürger würden ermutigt, bargeldlose Transaktionen zu tätigen, um das Risiko des Umgangs mit kontaminiertem Geld zu verringern.

In Westafrika werde Ghana ab Dienstag jedem, der in den vergangenen 14 Tagen in einem Land mit mehr als 200 Coronavirus-Fällen war, die Einreise verbieten, es sei denn, es handelt sich um einen Reisenden mit offiziellem Wohnsitz oder um einen ghanaischen Staatsangehörigen. Ghana hat bisher sechs Fälle der Viruserkrankung registriert. Präsident Nana Akufo-Addo erklärte, dass Universitäten und Schulen ab Montag bis auf weiteres geschlossen seien. Öffentliche Versammlungen würden für vier Wochen verboten, sagte er, obwohl private Bestattungen für Gruppen von weniger als 25 Personen erlaubt seien.


Quelle: Tiroler Tageszeitung