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Voodoo Religion in Westafrika


Die Voodoo Religion ist in Westafrika, Haiti und in Teilen Amerikas beheimatet. Die Religion ist in den westlichen Ländern vor allem durch Opferdarbringungen und Praktizierung von weisser und schwarzer Magie bekannt. Durch die Sklaverei kam der Glaube von Westafrika auf die Westindischen Inseln, wobei Elemente anderer Religionen aufgenommen wurden.


Voodoo ist eine ursprünglich westafrikanische Religion. Das Wort "Voodoo" leitet sich aus einem Wort der westafrikanischen Fon (der Sprache der Dahomeyer), für Geist oder auch Gottheit ab und existierte möglicherweise schon vor mehreren tausend Jahren. Sowohl die Hierarchie der Götter innerhalb des Kultes als auch der Name des obersten Gottes Mawu sowie anderer Gottheiten, die Bezeichnungen der Priester "Huangan" und vieler Kultwerkzeuge sind von Dahomey aus mit über die Meere genommen worden und sind mit denen im heutigen Benin noch immer identisch.


Voodoo gehört in die Yoruba-Tradition. Die Yoruba durchquerten Afrika von Ägypten aus über eine Route, die Afrika von der Mitte des Nils bis Mitte des Nigers kreuzt. Auf diesem Gebiet des heutigen Nigeria befand sich eine Kultur, welche die heutige Wissenschaft als Nok-Kultur bezeichnet. Zwischen 200 und 500 vor Christus traf nun die Völkergruppe der Yoruba auf die Nok-Kultur, und begann langsam mit dieser zu verschmelzen. Unter der Führung von König Oduduwa der Yoruba ließ sich sein Volk zu dieser Zeit in der schon bestehenden Stadt Ile-Ife nieder, welche als heilige Stadt der einheimischen Bevölkerung galt. Die Nachkömmlinge eroberten die Landstriche, durch die sie zogen, und legten so den Grundstein des Yoruba-Reiches, welches den Voodoo weitertragen sollte.


Voodoo stellt aber auch eine hybride Religion aus vielfältigen afrikanischen, islamischen, katholischen und auch indianischen Elementen dar, die sich aus Herkunft und Geschichte der Sklaven in Westindien ergab: Aus ihren afrikanischen Dorfgemeinschaften gerissen und zur Arbeit für die Kolonialisten und zum christlichen Glauben gezwungen, versuchten einige der Sklaven, ihre ursprüngliche Religion und die Hoffnung und Identität, die sie mit ihr verbanden, fortzuführen. So stehen etwa Bilder katholischer Heiliger im Voodoo oftmals in Wirklichkeit für afrikanische Geistwesen mit ähnlichen Eigenschaften oder ähnlichem Symbolgehalt. Diese afrikanischen Gottheiten werden Loa (geistige Führer) genannt.


Voodoo in Afrika wird heute hauptsächlich in den westafrikanischen Staaten Benin, Ghana und Togo. In Benin ist Voodoo zusammen mit Christentum und Islam eine offiziell anerkannte Religion, der 10. Januar jedes Jahres ist Voodoo-Feiertag.


Die Religion Voodoo verbreitet sich weltweit immer stärker, besonders im Ursprungskontinent Afrika, da sich vor allem die schwarze Bevölkerung wieder an ihre Wurzeln erinnert. ie Religion Voodoo verbreitet sich weltweit immer stärker, besonders im Ursprungskontinent Afrika, da sich vor allem die schwarze Bevölkerung wieder an ihre Wurzeln erinnert. In Haiti gehören schätzungsweise etwa Dreiviertel der Menschen dem Voodoo an. Gleichzeitig bekennen sich aber 90 Prozent auch zum katholischen Glauben.


In Westafrika gibt es zahlreiche unterschiedliche Ausprägungen des Voodoo-Kultes. An der nigerianischen Küste etwa verehren die Einwohner Mami Wata. Diese Göttin wird halb als Frau, halb als Nixe dargestellt. Ihre außergewöhnliche, weisse Hautfarbe veranlasste zahlreiche Forscher zu der Spekulation, Mami Wata sei den Gallionsfiguren europäischer Segelschiffe nachempfunden worden, die meist hellhäutige Frauen zeigten. Doch inzwischen konnten Ethnologen nachweisen, daß die helle Haut der Göttin auf ihren Aufenthalt im Wasser zurückgehen soll, wo nach dem Glauben der Voodoo-Anhänger die Haut nicht genügend Sonne bekommt und daher ausbleicht. Das größte Mami-Wata-Fest jedoch wird am 21. Dezember jedes Jahres in Aneho (Togo) gefeiert. Vor allem in Nigeria gibt es noch zahlreiche andere Voodoo-Götter, teilweise in heiligen Hainen verehrt werden. Der Voodoo-Kult ist dort auch Weissen zugänglich. So wurde vor wenigen Jahren die Österreicherin Susanne Wenger in Oshogbo zur Priesterin des Flussgöttinnen-Kultes geweiht.


Eine geschlossene Glaubensgemeinschaft gibt es nicht, vielmehr teilen sich die Anhänger des Voodoo in einzelne Gruppen auf. Jede Gruppe verehrt eine bestimmte Tradition, eine heilige Figur oder einen Loa.


Im Voodoo besteht dieser zentrale Kern aus Verehrung der Loa (Gott, göttliches Wesen, guter Geist), Orakel, Ahnenverehrung und Wiedergeburt. Im Voodoo glaubt man an die Wiedergeburt. Die Taten eines Menschen beeinflussen sein nächstes Leben. Hat sich ein Mensch gut, rechtschaffen und gläubig verhalten, hat er die Chance, zum Loa aufzusteigen. Somit wird ihm Macht und Einfluss zuteil, aber auch Möglichkeit gegeben, die Welt mitzugestalten. Hat sich ein Mensch weder allzu gut verhalten, noch war er böse, dann wird er neuerlich als Mensch wieder geboren, und es beginnt ein neuer Zyklus für Ihn. Wieder stehen ihm alle Chancen offen, aber es bedrohen Ihm wieder alle die Versuchungen und Verlockungen


War ein Mensch nicht sehr gut in seinem Leben, so kann es sein, dass er in seinem nächsten Leben von dem Loa Sanktionen bestraft wird, dies können geistige und oder körperliche Behinderungen sein. Was aber im Voodoo Glauben eher weniger der Fall ist, und hauptsächliche leichte Vergehen betrifft. Schwerwiegende Vergehen hingegen werden mit Unglück oder Krankheit, oder der Wiedergeburt als Tier gestraft. Wenn ein Mensch ganz besonders schlecht war, dann kann er auch als Diab wiedergeboren werden, als dämonisches Wesen, dass nur danach trachtet, den lebenden zu schaden oder Sie zu beherrschen.


Jeder Loa und jeder Diab hat eine eigene Persönlichkeit. Dieser beinhaltet den Charakter, Stärken, Schwächen und bestimmte Eigenheiten. Im Gegensatz zum christlichen Gott haben Loa und Diab menschliche Züge. Sie sind gut gelaunt, aber auch wütend, oder gar beleidigt.


Der oberste Loa (im Santeria oder Umbanda wird von Orishas gesprochen) ist Olorun, ein sehr wichtiger Loa heißt Obatala. Darüber hinaus existieren noch weit mehr als 200 Götter oder Geister (bzw. Ahnen). Der oberste Gott ist "Bondye" (auch "Le Bondieu" (franz.: der Liebe Gott) genannt), es folgen "Papa Legba", als Mittler zwischen den Göttern und Menschen, "Agowu", ein Dämon, der Stürme und Erdbeben auszulösen vermag, "Damballah", der Gott der Schlangen, "Ogu" ("Ogoun", der Gott der Kriege), "Ghede", "Agwe" und "Erzulie". Ein Priester wird Houngan oder auch Babalawo, eine Priesterin Mambo genannt.


Legendär berüchtigt für den Voodoo-Kult sind angebliche Zombies. Dabei soll es sich dabei um geraubte, dauerhaft schwer narkotisierte Menschen handeln, die, in körperlicher Verwahrlosung lebend, Schwerstarbeit verrichten müssen. Da ihre Angehörigen nichts von diesem Dasein wissen und sie für tot und begraben halten, falle ihr Schicksal nicht auf.


Besessenheit gehört in diesen Religionen zur rituell vollzogenen Vereinigung mit Gott. Sie hat hier nichts mit passivem Erleiden eines seelisch Kranken zu tun; es gilt als eine Ehre, von Göttern "geritten" zu werden. Menschen, die von Göttern während Trancezeremonien kurzzeitig eingenommen wurden, werden im Voodoo hoch geehrt und von Kranken und Hilfesuchenden während der Trance befragt. Ein derart "Besessener" ist von da an sein Leben lang spirituell mit dem betreffenden Gott oder der Göttin (Schlüsselloa) verbunden. Häufig ist es dieser Schlüsselloa, der später eine engere Verbindung mit dem Gläubigen wünscht, die durch ein aufwändiges Ritual geschaffen wird.


Immer wieder wird Voodoo als schwarze Magie angesehen. Genährt wurden diese Vorstellungen durch die Praktiken des Totenkults und den Glauben an die Wiederbelebung längst Verstorbener (Nekromantie). Es hat auch Gerüchte über die Tötung von Kindern gegeben. Voodoo-Zauberer sollen angeblich das Blut der Kinder für geheimnisvolle Zeremonien verwendet haben. Was davon tatsächlich passierte, ist nicht aufzuklären. Ritualmordlegenden finden sich in der Religionsgeschichte häufig als Gräuelpropaganda konkurrierender Religionen.


Menschenopfer sind in der Regel kein Bestandteil des Voodooglaubens. Es werden aber Rituale praktiziert, bei denen Tiere geopfert werden. Diese Tieropfer dienen einerseits der spirituellen Ernährung der Loa, andererseits der Ernährung der Gläubigen. Es handelt sich demnach um rituelle Schlachtungen.


Wie in anderen Kulturen und Religionen kann es vorkommen, dass Priester und Gläubige des Voodoo ihre vermeintlichen Kräfte für Schadzauber einzusetzen versuchen. Priester und Anhänger des Voodoo-Glaubens, die solche Praktiken ausüben, werden Bokor genannt. Im Gegensatz dazu steht der Houngan, ein Voodoo-Priester, der solche Praktiken ohne einen aus seiner Sicht moralisch angemessenen Grund ablehnt. Bei Priesterinnen wird dieser begriffliche Unterschied meist nicht gemacht; sie werden stets als Mambo bezeichnet.


Ein bekannter, aber meist übertrieben dargestellter Brauch ist das Herstellen von Voodoo-Puppen, die oft einem bestimmten Menschen nachgebildet sind. Manchmal wird auch ein Foto auf den Kopf der Puppe aufgeklebt. Durch das Stechen in die Puppe oder sogar Durchbohren mit Nadeln sollen dem Betroffenen Schmerzen zugefügt werden. Vor allem aber werden Voodoo-Puppen zum Heilen von Kranken benutzt. Dieses Verfahren wurde ursprünglich von Priestern in Haiti verwendet.


Diese Puppen sind aus einer Not heraus entstanden, da die Sklaven bei den amerikanischen Sklavenhändlern keinen Voodoo praktizieren durften. Entsprechend waren aus Holz geschnitzte Abbildungen der Gottheiten oder Dämonen verboten. Folglich tarnte man Gottesabbilder als Puppen.


Das westafrikanische Voodoo


Das westafrikanische Voodoo stammt ursprünglich aus Benin (bis zum Jahr 1975 Dahomey). Das Wort Voodoo stammt vom afrikanischen Wort Vodun aus der "Fon-Sprache", Durch den Sklavenhandel kam Voodoo nach Amerika und durch Rückkehrer mit neuen Ideen nach Westafrika zurück. In Westafrika kamen auch christliche und islamische Elemente hinzu. Durch indigenen Reinkarnationsglauben kann ein normaler Mensch siebzehnmal wiedergeboren werden. Wer jedoch über 50 Jahre alt ist und ein vorbildliches Leben geführt hat, wird ohne Wiedergeburt zum Ahn. Die Ahnen (Mann oder Frau) erhalten Altäre mit Zeichen und Deutungen auf den Verstorbenen. Rituell werden die Altäre mit Blut besprengt.


In Benin ist Voodoo seit 1996 eine anerkannte Religion. Der 10. Januar ist der Voodoo-Feiertag in Benin. Das Hauptfest wird auf dem Verschiffungsplatz der ehemaligen Sklaven am  "Tor des Nimmerwiedersehens" in Ouidah gehalten. Hier residiert auch der oberste Hohepriester des Voodoo und hier befindet sich auch der Tempel des Schlangengottes Dan.


Die Voodoo-Götter sind Boten zwischen dem obersten Gott der Ahnen und der Menschen. Nach dem Ursprungsmythos des Volkes der "Ge", stammt der oberste Gott und die Voodoo von einem Urelternpaar ab. Die Voodoo sind sowohl männlich als auch weiblich, sie haben positive und zerstörerische Kräfte, sie sind Bindeglied zwischen dem Menschen und dem Unbekannten. Menschen und Voodoo sind aufeinander angewiesen und voneinander abhängig. Die Existenz und das Wohl der Menschen hängen von den Voodoo. Opferhandlungen verstärken die Kraft der Voodoo. Die Voodoo können ihre Kraft verlieren, wenn sich die Menschen ihnen nicht mehr widmen. Verschiedene Voodoo-Götter sind für unterschiedliche Bereiche zuständig.


Wichtige Voodoo sind Dan, der Schlangengott, Legba, der Wächter über den Kreuzweg, als Mittler zwischen der oberen und der unteren Welt, ferner Egungun, der Gott der Ahnen, die sich hinter den Masken des Geheimbundes der Egungun verbergen und durch seine Mitglieder dargestellt und wirksam werden. Der Geheimbund sorgt für Ordnung und soziales Verhalten im afrikanischen Voodoo.


Andere Götter sind Ezili, die Göttin der Liebe, Gu, der Gott des Eisens und Krieges, der zufrieden gestellt sein muss, damit man sicher Auto fahren kann, Mami Wata, die Wassergöttin, oft dargestellt als Nixe, aber auch als schöne Frau, die mit der Jungfrau Maria verschmilzt, Shango, der Gott mit Blitz und Donner, der auch als Jesus erscheint, und viele andere mehr.


Die Voodoo dienen zur Bewältigung der Naturkräfte. Figuren auf den Altären werden nicht verehrt, sondern nur die jeweiligen Geister. Der Wille der Voodoo wird durch das Fá Orakel kundgetan, es ist die ethisch-moralische Instanz der Religion. Dabei handelt es sich um ein kompliziertes Orakelsystem aus Schnüren und Nussschalen mit 256 verschiedenen Zeichen, darin sind alle möglichen Situationen enthalten.


Die Ausbildung zum Orakelpriester ist sehr langwierig und kann bis zu sechs Jahren dauern. Dies geschieht in einem klösterlichen Bezirk, der für Nichteingeweihte verschlossen ist. Medizinisches Wissen und politisch-soziale Aspekte werden gelehrt, aber auch Lieder, Tänze, Gesetze. Der Orakelmeister muss sich deshalb als sehr verantwortungsvoll erweisen.


Die Opfergaben in der Voodoo Religion bestehen aus Dingen, die den Voodoo gefallen. Dazu gehören je nach Art der Voodoo Parfüm, Zigaretten. Limonade oder auch Alkohol. Zu ihren Ehren werden auch Gaben ins Meer geworfen. Die gaben werden oft auf Altären kunstvoll arrangiert. Es gibt jedoch auch Tieropfer, die vermutlich Menschenopfer ersetzt haben. Die wichtigsten Opfertiere sind Hähne, Hühner und Ziegen die  geschlachtet werden.


Bedeutsamer als Opfer sind Tänze die als Gebet dienen. Bei den kultischen Veranstaltungen gehören Gebet, Tanz, Spass und Freude zusammen. Das gilt auch für Riten zur Bewältigung von Krankheit, Trauer und Schuld. Bilder und Figuren sind die Vergegenwärtigung des Geistes, der auf den Menschen einwirkt. Krankheit hat ihre Ursache im Ungleichgewicht der Gemeinschaft, welche als erstes ausgeglichen werden muss. Danach kann man die Symptome wirksam behandeln. Dies geschieht durch Heilkräuter. Es gibt über 4000 westafrikanische Pflanzen-Rezepturen.

Liste einiger Voodoo Götter Westafrikas und Haitis



Agwe:

Gott des Meeres und Wassers


Aida Wedo:

Gott des Regenbogens


Ayza:

Beschützer Gott


Baka:

Böser Gott in Form von Tieren


Baron Samedi:

Beschützer des Grabes


Dambala (Damballah-Wedo):

Schlangengott


Legba:

Gott der Wege, Kreuzwege und Wächter der Türen


Erinle:

Gott des Waldes


Ezili (Erzulie):

Götttin der Liebe


Loco:

Pflanzengott


Mawu Lisa:

Schöpfergott


Obatala (Oxala):

Himmelsgott, Gott der Schöpfungsenergie


Ochosi:

Gott der Jagd


Ogou Balanjo:

Gott der Heilung


Oggun:

Gott der Metalle, des Krieges, der Gebirge und Arbeitsgeräte


Oshun:

Göttin der Liebe, Mutterschaft, Schönheit und Reichtum


Oya (Yansa):

Göttin von Wind, Feuer, Wasser, Regenbogen,  Naturgewalten und Krieger


Shango:

Gott der Stürme


Yemaya:

Göttin der universellen Mutterschaft


Zaka (Oko):

Gott der Feldwirtschaft

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