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Politik    Westafrika News 2018

Liberia 22.01.2018

George Weah als Liberias Präsident vereidigt

Der ehemalige Fussballstar George Weah ist als Liberias neuer Präsident vereidigt worden. An der Zeremonie in einem Stadion nahe der Hauptstadt Monrovia nahmen neben zahlreichen afrikanischen Staatsoberhäuptern auch Freunde und frühere Mannschaftskollegen des 51-Jährigen teil. Für Liberia ist es die erste Amtsübergabe zwischen zwei demokratische gewählten Regierungschefs seit 1944. Vor dem Stadion bildete sich eine kilometerlange Schlange. Die wartenden Menschen sangen, tanzten und schwenkten die liberianische Flagge. Weah folgt auf Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf, die zwölf Jahre an der Spitze des Landes stand. Der einstige Weltfussballer hatte im Dezember die Stichwahl gegen Vizepräsident Joseph Boakai klar gewonnen. Weah hat versprochen, die Schaffung von Wohlstand und Arbeitsplätzen in den Mittelpunkt seiner Präsidentschaft zu stellen. In Liberia wütete zwischen den Jahren 1989 und 2003 Bürgerkriege mit 250.000 Toten. Liberia gehört zu den ärmsten Länder der Welt, es belegt auf dem Entwicklungsindex der UNO Platz 177 von 188.


Mali 25.01.2018

Mindestens 22 Tote nach Explosion und Kämpfen

Bei der Explosion eines Sprengsatzes und bei Kämpfen mit mutmasslichen islamistischen Terroristen sind in Mali insgesamt 22 Menschen getötet worden. In der zentralen Region Mopti fuhr am Donnerstag ein von der Grenze zu Burkina Faso kommendes Fahrzeug in der Nähe des Ortes Boni auf einen Sprengsatz. Dabei starben 13 Menschen, zwei weitere wurden schwer verletzt, wie ein Militärsprecher erklärte. Wenige Stunden zuvor sei es bei Youwaro in der gleichen Region auch zu Kämpfen mit Islamisten gekommen, fügte der Sprecher hinzu. Dabei sind zwei Soldaten und sieben Angreifer getötet worden. Vor allem die Sahara-Gebiete im Norden Malis dienen Milizen und islamistischen Extremisten, die mit Al-Kaida in Verbindung stehen, als Rückzugsgebiet. Zuletzt kam es jedoch immer häufiger auch zu Anschlägen und Angriffen im Zentrum des Landes.


Burkina Faso

03.03.2017

Terrorattacke in der Hauptstadt Ouagadougou

Zu den tödlichen Angriffen auf das Armeehauptquartier im westafrikanischen Burkina Faso sowie auf die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou hat sich die Jihadistengruppe JNIM bekannt. Dabei sei es um Vergeltung für den französischen Militäreinsatz im Nachbarland Mali gegangen, hiess es in einer Erklärung der "Gruppe für die Unterstützung des Islam und der Muslime" (Jama?a al-Nusrat al-Islam wa al-Muslimin), die die private mauretanische Agentur Al-Akhbar am Samstag verbreitete. Die Angriffe waren die "Antwort" auf den Tod mehrerer JNIM-Anführer bei einem französischen Militäreinsatz im Norden Malis vor zwei Wochen, zitierte Al-Akhbar aus der Erklärung. Die JNIM wird von dem malischen Touareg Iyad Ag Ghaly angeführt. Die Angreifer in Ouagadougou hatten am Freitag das Armeehauptquartier sowie die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou attackiert. Dabei wurden acht Sicherheitskräfte sowie acht Angreifer getötet. Augenzeugen berichteten von bewaffneten Männern, die im Zentrum der Stadt aus einem Auto gesprungen seien und das Feuer auf Passanten eröffnet hätten. Dann waren sie Richtung französische Botschaft gestürmt. Zeitgleich war auch eine Autobombe vor dem Hauptquartier der Armee und dem benachbarten französischen Kulturzentrum explodiert. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron war fortlaufend über das Geschehen informiert, hiess es aus dem Elysée-Palast in Paris. Die französischen Staatsbürger in Ouagadougou wurden von der Botschaft gebeten, ihre Häuser nicht zu verlassen. Das Auswärtige Amt in Berlin forderte deutsche Reisende auf, "Bewegungen in Ouagadougou vorerst zu vermeiden, in sicheren Unterkünften zu bleiben", die örtlichen Medien zu verfolgen und Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten.


Sierra Leone

05.04.2018

Ex-Juntachef Bio gewinnt Präsidentenwahl

Im westafrikanischen Sierra Leone hat der Oppositionskandidat Julius Maada Bio nach Angaben der Wahlkommission die Präsidentschaftswahl gewonnen. Bio hat 51,8 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission am Mittwoch mit. Der Kandidat der Regierungspartei, Samura Kamara, kam demnach auf 48,2 Prozent. Das offizielle Ergebnis der Wahl vom 31. März hatte sich wegen eines Streits über die Methode zur Stimmauszählung verzögert. Bereits vor Verkündung des Wahlergebnisses hatten Kamara-Anhänger am Mittwoch in der Hauptstadt Freetown demonstriert, Plakate von Bio abgerissen und den Vorwurf einer "ausländischen Einmischung" in die Wahl erhoben, wie ein AFP-Reporter berichtete. Sicherheitskräfte riegelten die Zentrale von Bios Partei SLPP ab, wo sich hunderte Anhänger des Oppositionskandidaten versammelt hatten. Sie feierten bereits vor Verkündung des offiziellen Ergebnisses den Wahlsieg Bios. Julius Maada Bio hatte bereits die erste Wahlrunde knapp gewonnen. Bio hatte im Januar 1996 mit einem Putsch den damaligen Militärmachthaber Valentine Strasser gestürzt und bis zur ersten freien Wahl in Sierra Leone wenige Monate später vorübergehend die Regierungsgeschäfte übernommen. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 war er Amtsinhaber Ernest Koroma unterlegen. Dieser durfte nun nach zwei Mandaten nicht mehr antreten. Der bisherige Aussenminister Kamara gilt seit Jahrzehnten als politischer Strippenzieher des westafrikanischen Landes. Es war die erste Präsidentenwahl in Sierra Leone nach der verheerenden Ebola-Epidemie, bei der fast 4.000 Menschen starben. Die Wirtschaft brach in den Jahren von 2014 bis 2016 um ein Viertel ein. Die Stärkung der Wirtschaft und Wiederaufbaumassnahmen nach einem Erdrutsch mit rund 1.000 Toten in der Hauptstadt Freetown zählen zu den vorrangigen Aufgaben des neu gewählten Präsidenten.


Mali 16.04.2018

Blauhelme schlagen Angriff zurück und töten 15 Rebellen

Bei einem Angriff auf einen UNO-Stützpunkt im malischen Timbuktu am Wochenende waren nach Angaben der französischen Streitkräfte rund 15 Angreifer getötet worden. Einige der Aufständischen waren ausserhalb der Militärbasis getötet worden, sagte ein Sprecher der französischen Armee am Sonntag. Einigen von ihnen war es auch gelungen, als Blauhelmsoldaten verkleidet auf das Militärgelände in der Nähe des Flughafens von Timbuktu vorzudringen. Ihr Ziel, maximalen Schaden anzurichten, hätten sie aber verfehlt, sagte der Sprecher. Bei dem gross angelegten und rund vier Stunden andauernden Angriff war nach UNO-Angaben ein Blauhelmsoldat getötet worden. Sieben Blauhelmsoldaten sowie zwei Zivilisten wurden verletzt. Die französische Armee erklärte, sieben ihrer Soldaten waren verletzt worden. Die malischen Behörden hatten zunächst von dutzenden verletzten französischen Soldaten gesprochen. Die Vereinten Nationen haben 13.000 Soldaten und Polizisten in Mali stationiert, viele von ihnen im unruhigen Norden des afrikanischen Krisenstaates.