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Côte d'Ivoire    Geschichte



Geschichte der Côte d'Ivoire    



Ab 6000 v. Chr.

In den dichten Regenwäldern der heutigen Republik Côte d'Ivoire (mit 322.463 Quadratkilometern nicht ganz so gross wie Deutschland) leben kleine Gruppen von „Buschmännern“ (Pygmäen) ausschliesslich als Jäger und Sammler.


Ab 1400 n. Chr.

In das Gebiet der heutigen Republik Côte d'Ivoire wandern verschiedene negroide Volksgruppen (u.a. Mende, Senufo, Akan, Kru) ein, vermischen sich mit den bereits ansässigen Stämmen und gründen nach und nach mehrere kleine Königreiche (u.a. Kong, Abron), wobei sich die in den Norden vordringenden Völker bereits zum Islam bekennen.


1471

Die Portugiesen gehen als erste Europäer an der Küste der heutigen Republik Côte d'Ivoire an Land und knüpfen Handelsbeziehungen mit den am Meer wohnenden Stämmen. Wichtigste Handelswaren sind Elfenbein, daraus abgeleitet der Name Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Die Sklaven, wurden daher auch vielfach als "schwarzes Elfenbein" bezeichnet.


1687

Französische Kaufleute gründen an der Küste der heutigen Republik Republik Côte d'Ivoire die Niederlassung Assinie und beteiligen sich ebenfalls am äußerst gewinnträchtigen Handel mit Sklaven und Elfenbein.


1843

Die Franzosen errichten an der Küste der heutigen Republik Republik Côte d'Ivoire den Militärstützpunkt Grand Bassam. Von hier aus dringen sie ins Hinterland vor und beginnen mit der Eroberung des südlichen Kong-Reiches.


1889

Die Côte d'Ivoire wird offiziell französisches Protektoratsgebiet, und man beginnt mit der Ausbeutung des Regenwaldes sowie mit der Anlage von Kaffee- und Kakaoplantagen auf den gerodeten Flächen. Ein Teil der traditionellen "Chefferie" (Häuptlinge, Beamte) kann dabei Grundbesitz erwerben und bildet den Kern einer ländlichen Oberschicht.


1893

Die Côte d’Ivoire erhält den Status einer französischen Kolonie und wird dem Generalgouvernement Französisch-Westafrika angegliedert, dem derzeit auch Soudan (heute Mali), Dahomey (heute Benin) und Senegal (Verwaltungssitz) angehören.


1903

Um die rebellischen Stämme im Hinterland besser kontrollieren zu können sowie ein weiteres Vordringen nach Norden zu erleichtern, beginnen die Franzosen in der Kolonie Côte d’Ivoire mit dem Eisenbahn- und Strassenbau. Die heutige Republik Côte d'Ivoire verfügt deshalb über ein recht gut ausgebautes Verkehrsnetz.


1915

Nach fast zwei Jahrzehnten erbitterten Widerstands erkennen auch die Stämme im Norden der heutigen Republik Côte d’Ivoire Frankreich als Kolonialmacht an.


1935

Die Eisenbahnlinie von Abidjan an der Küste bis nach Bobo-Dioulasso (heute Burkina Faso) wird eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie bis 1954 bis nach Ouagadougou, der Hauptstadt des heutigen Burkina Faso, verlängert. Von der 1.250 Kilometer langen Gesamtstrecke liegen heute rund 630 Kilometer auf dem Staatsgebiet von Côte d’Ivoire.


1944

Der einheimische Mediziner und Plantagenbesitzer Félix Houphouët-Boigny, obwohl erst 39 Jahre alt, gilt er als einer der reichsten Männer Afrikas, gründet das "Syndicat Agricol Africaine" (SAA), eine Interessen-gemeinschaft afrikanischer Pflanzer.


1945

Die Kolonie Côte d’Ivoire wird Überseeterritorium innerhalb der Französischen Union mit beschränkter innere Autonomie. Regierungssitz ist die Hafenstadt Abidjan. Aus dem "Syndicat Agricol Africaine" geht nun, ebenfalls unter der Führung von Félix Houphouët-Boigny, die „Parti Démocratique de la Côte d’Ivoire“ (PDCI) hervor. Félix Houphouët-Boigny setzt ein Gesetz zur Abschaffung der Zwangsarbeit durch.


1958

Côte d’Ivoire wird zur autonomen Republik in der Französischen Gemeinschaft (Communauté Française). Félix Houphouët-Boigny wird mit seiner PDCI zum Regierungschef gewählt.


7. August 1960

Die Republik Côte d’Ivoire, aufgegliedert in 50 Bezirke, in denen etwa 60 verschiedene Stämme leben, erhält die volle Unabhängigkeit. Nach Wahlen wird Félix Houphouët-Boigny Staatspräsident und ist somit gemäss Verfassung gleichzeitig Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er erhält die enge wirtschaftliche, kulturelle und militärische Bindung an Frankreich aufrecht und knüpft auch Handelsbeziehungen zu anderen europäischen Industriestaaten. Dadurch, aber auch aufgrund der innenpolitischen Stabilität (Félix Houphouët-Boigny führt das Land zwar mit harter Hand, löst Differenzen zwischen den ethnischen Gruppen jedoch nicht wie seine Amtskollegen der benachbarten Staaten mit Gewalt, sondern mit Diplomatie), kann die Republik Côte d’Ivoire innerhalb weniger Jahre ein für Afrika aussergewöhnliches Wirtschaftswachstum verzeichnen.


25. Mai 1963

Die 30 unabhängigen afrikanischen Staaten (ohne Südafrika) gründen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die OAU (Organization for African Unity/Organisation für Afrikanische Einheit). Ziele der OAU sind u.a. die Entkolonisierung Afrikas und die Beseitigung der Herrschaft weisser Minderheiten. Der Zusammenschluss erhöht das weltpolitische Gewicht Afrikas, da die OAU-Mitglieder vor allem in der UNO geschlossen auftreten.


1964

In der Metropole Abidjan wird die erste (und bis heute einzige) Universität des Staates Côte d’Ivoire gegründet.


1968

Es kommt zum "Biafrakonflikt" mit Nigeria und zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen (Frankreich und die ehemaligen französischen Kolonien in Westafrika unterstützen die nigerianische Ostregion, die sich 1967 von Nigeria abspaltete und zur autonomen Republik erklärte, in ihrem Bürgerkrieg gegen die nigerianische Zentralregierung).


1977

Vor der Küste der Côte d’Ivoire wird Erdöl entdeckt und man beginnt mit dem Bau von Fördertürmen und einer Raffinerie in der Hafenstadt Abidjan.


1983

Yamoussoukro im Landesinneren, der Geburtsort von Präsident Félix Houphouët-Boigny, löst Abidjan als Hauptstadt ab. Abidjan bleibt aber Sitz der Regierung.


1985

Der 1978 begonnene Verfall der Weltmarktpreise für Agrarprodukte und Holz hält an und bedeutet für die Côte d’Ivoire, deren Hauptexportgüter nach wie vor Kaffee, Kakao und Holz sind, hohe wirtschaftliche Einbussen. Um den Bauern die zugesagten Garantiepreise bezahlen zu können und das für Westafrika relativ gut entwickelte Sozialsystem aufrecht zu erhalten, stürzt sich das Land innerhalb weniger Jahre in die höchste Pro-Kopf-Verschuldung ganz Afrikas (200% des Bruttosozialprodukts).


1990

In Côte d’Ivoire wird unter dem Druck der Bevölkerung das Mehrparteiensystem eingeführt. Trotzdem gewinnt Félix Houphouët-Boigny die Präsidentschaftswahlen mit überragender Mehrheit und tritt seine siebte Amtsperiode an. Alassane Dramane Quattara wird Regierungschef.


Papst Johannes Paul II. weiht in der Hauptstadt Yamoussoukro die Basilika „Our Lady of Peace“ ein. Das in nur drei Jahren nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom erbaute Gotteshaus nimmt nun dessen Platz als grösste Kirche der Erde ein. Kritiker sprechen von unverantwortlicher Verschwendungsucht des 85jährigen Staatspräsidenten. Das Geld (Baukosten mindestens 60 Millionen US-Dollar) wäre im Sozialhaushalt des hochverschuldeten Staates wesentlich besser angelegt gewesen. So hätte z.B. die gesamte Bevölkerung gegen Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Keuchhusten, Masern, Diphterie und Tuberkulose geimpft werden können, Infektionskrankheiten, woran jährlich Tausende sterben. Félix Houphouët-Boigny behauptet jedoch, dass er den Bau der Basilika ebenso mit seinem Privatvermögen bezahlt habe wie alle weiteren Grossprojekte in Yamoussoukro (Präsidentenpalast, 5-Sterne Hotel, Krankenhaus, Autobahn). Um weitere Kritik zu unterbinden, macht er das Gotteshaus kurzerhand dem Vatikan zum Geschenk, der das Präsent nach einer dreimonatigen Bedenkzeit unter der Bedingung annimmt, dass Côte d’Ivoire künftig für den Unterhalt der Kirche sorge (jährliche Kosten etwa eine Million US-Dollar).


7. Dezember 1993

Staatspräsident Félix Houphouët-Boigny stirbt im Alter von 88 Jahren. Henri Konan Bédié wird von der regierenden PDCI zu seinem Nachfolger erklärt. Daniel Kablan Duncan (parteilos) wird neuer Regierungschef von Côte d’Ivoire.


1994

Aufgrund eines neuen Wahlgesetzes müssen Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten (und ihre Eltern) in Côte d’Ivoire geboren sein.


Oktober 1995

Mit (offiziell) 96,4 Prozent der Stimmen wird das Staatsoberhaupt von Côte d’Ivoire, Henri Konan Bédié, bei den von den wichtigsten Oppositionsparteien boykottierten und von blutigen Unruhen begleiteten Präsidentschaftswahlen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.


1996

Die Entdeckung von neuen Erdöl- und Erdgaslagern vor der Küste von Côte d’Ivoire ermöglichen die Wiederaufnahme der bereits eingestellten Ölförderung und ölverarbeitenden Industrie.


1997

Die Auslandsverschuldung von Côte d’Ivoire ist mittlerweile auf über 19 Milliarden US-Dollar angestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in Côte d’Ivoire etwa zwölf Prozent der Bevölkerung bereits mit Aids infiziert sind.


Anfang 1999

Zur Ankurbelung der stagnierenden Wirtschaft will die Regierung von Côte d’Ivoire u.a. den noch wenig entwickelten Tourismus in Schwung bringen. Darüber hinaus sollen verstärkt Baumwolle, Zuckerrohr und Südfrüchte angebaut werden, um die Abhängigkeit des Landes von den zwei Hauptausfuhrgütern Kaffee und Kakao zu reduzieren. Bei der Abholzung der Edelhölzer will man sich in Zukunft allerdings zurückhalten. Dies wiederum würde jedoch zu katastrophalen ökologischen Schäden (Bodenerrosion, Dürreperioden) führen. (Um 1900 gab es im Gebiet des heutigen Staates Côte d’Ivoire etwa vierzehn Millionen Hektar Regenwald, 1960 waren es immerhin noch zwölf Millionen, und heute sind davon nur noch 2,5 Millionen übriggeblieben. Davon wiederum wurden bisher lediglich 0,6 Millionen zum Nationalpark erklärt. Zum einen erfolgte dieser radikale Kahlschlag wegen des jahrelang hohen Weltmarktpreises für Edelhölzer, zum anderen mussten für die schnell wachsende Bevölkerung neue Anbauflächen geschaffen werden, und dies wurde von den Bauern zumeist in Eigenregie durch unkontrollierte Brandrodungen erledigt. 1980 lebten in Côte d’Ivoire etwas über acht Millionen Menschen, heute sind es über zwanzig Millionen.


25. Dezember 1999

Wenige Stunden nach einem Staatsstreich in der Côte d’Ivoire, eine Meuterei von Soldaten wegen ausstehender Soldzahlungen weite-te sich zum Putsch aus, bildet Armee-Chef General Robert Guéi eine Übergangsregierung ("Comité national de salut public"/CNSP), der nur Militärs angehören, und löst das Parlament auf, verspricht jedoch die baldige Rückkehr zur Demokratie. Der für abgesetzt erklärte Präsident Henri Konan Bédié reist unter dem Schutz französischer Soldaten am nächsten Tag nach Togo aus. Frankreich, das derzeit rund 700 Soldaten in Côte d’Ivoire stationiert hat, verurteilt den gewaltsamen Machtwechsel, verzichtet aber gemäss seiner neuen Afrika-Politik der Nichteinmischung in die inneren Verhältnisse ehemaliger Kolonien auf eine militärische Intervention.


Anfang Januar 2000

Militärmachthaber General Robert Guéi bildet eine neue Übergangs-regierung, der neben Militärs auch Mitglieder der bisherigen Regierungspartei (PDCI) sowie der Opposition angehören, und die bis zu Neuwahlen amtieren soll. Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage des Landes, die Staatskasse ist u.a. wegen zunehmender Korruption leer und Côte d´Ivoire kann seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen, verlangt Robert Guéi von Politikern und Beamten die Rückzahlung "widerrechtlich entnommener Gelder".


Ende Januar 2000

Auf Druck der Vereinten Nationen kündigt die Übergangsregierung von Côte d´Ivoire Präsidentschaftswahlen für den 17. September an.


31. Januar 2000

Ein Airbus A-310 der Kenyan Airways mit 179 Menschen an Bord stürzt eine Minute nach dem Start in Abidjan in den Atlantik, weil er nicht an Höhe gewinnen konnte. Nur 10 Flugzeuginsassen überleben das Unglück.


Mitte August 2000

Für die voraussichtlich am 17. September in Côte d’Ivoire stattfindenden Präsidentschaftswahlen haben fast zwei Dutzend Bewerber ihre Unterlagen bei der zuständigen nationalen Wahlkommission eingereicht, darunter auch Militärmachthaber Robert Guéi.


15. September 2000

Ein Mordversuch gegen den Militärmachthaber von Côte d’Ivoire, General Robert Guéi, wird niedergeschlagen. Zwei seiner Leibwächter kommen bei dem (angeblichen) nächtlichen Angriff von Rebellen auf seine Privat-residenz in Abidjan ums Leben.


22. Oktober 2000

Nachdem sich bei der Präsidentschaftswahl eine Niederlage für den Militärmachthaber Robert Guéi abzeichnet, lässt dieser kurzerhand die Wahlkommission auflösen und sich zum Staatschef ausrufen. Massenproteste in der Hauptstadt Abidjan sind die Folge. Daraufhin setzt sich Guéi ins Ausland ab. Der Sozialist Laurent Gbagbo wird zum Wahlsieger erklärt und drei Tage später als neuer Staatspräsident von Côte d’Ivoire vereidigt.


9. Dezember 2000

Nachdem es in den vergangenen Tagen in Abidjan wegen des Ausschlusses des muslimischen Spitzenkandidaten Alassane Quattara von den Parlamentswahlen zu schweren Unruhen mit bis zu 200 Toten gekommen war, verlaufen die unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfindenden Wahlen im Süden des Landes überraschend ruhig, während es im Norden weiterhin zu blutigen Kämpfen zwischen Polizei und Quattara Anhängern kommt. Die "Ivorische Volksfront" (FPI) von Präsident Laurent Gbagbo wird künftig etwa 120 von insgesamt 225 Parlamentssitzen einnehmen, da die "Versammlung der Republikaner" (RDR) von Quattara die Wahlen boykottiert und die frühere Einheitspartei PDCI des 1999 gestürzten Präsidenten Henri Konan Bédié nur knapp 100 Mandate erringt. Allerdings musste die Wahl im Norden des Landes wiederholt werden, da dort wegen der Unruhen die Wahllokale teilweise nicht geöffnet werden konnten. Als Termin war der 14. Januar 2000 vorgesehen.


Ende 2000

Wie in ganz Schwarzafrika nimmt auch in Côte d’Ivoire die Zahl der HIV-Infizierten ständig zu. Laut Angaben von UNAIDS (The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) sind der Krankheit seit Ausbruch der Epidemie weltweit bereits 18,8 Millionen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aids-Waisen wird auf 13,2 Millionen geschätzt. Von den derzeit weltweit rund 34,3 Millionen HIV-Infizierten leben 24,5 Millionen in Schwarzafrika.


8. Januar 2001

Ein Putschversuch von Teilen der Armee gegen Präsident Laurent Gbagbo wird niedergeschlagen. Bei den stundenlangen nächtlichen Schiessereien in Abidjan wurden mindestens zwölf Menschen getötet. Rund drei Dutzend Putschisten werden dabei verhaftet.


14. Januar 2001

Die Nachwahlen im muslimisch geprägten Norden von Côte d’Ivoire werden fast vollständig boykottiert. Die oppositionelle Sammlung der Republikaner (RDR) des früheren Regierungschefs Alassane Quattara hatte zum

Boykott aufgerufen.


19.September 2002

Ein Putschversuch und Rebellion gegen Präsident Gbabgo wurde vorwiegend von ehemaligen Soldaten, die sich in den Forces Nouvelles (FN) zusammenschlossen angeführt. Sie forderten u. a. ihre Wiedereingliederung in die Armee, die Absetzung von Präsident Gbagbo, Neuwahlen sowie Gleichberechtigung für die im Norden des Landes lebende muslimisch geprägte Bevölkerungsmehrheit. Vom Norden ausgehend, eroberten die Aufständischen innerhalb kurzer Zeit einen Grossteil des Staatsgebietes, nur der Süden des Landes blieb weitgehend unter Regierungskontrolle. Unter Vermittlung der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) unterzeichneten die Rebellen der FN am 17. 10. 2002 einen Waffenstillstand, der Friedensgespräche zwischen Regierung und Aufständischen einleiten sollte. Die ECOWAS berief den damaligen Präsidenten Togos, Eyadéma, zum Koordinator dieser Gespräche. Ausserdem wurde zur Überwachung des Waffenstillstandes die Entsendung von etwa 2000 Soldaten aus den ECOWAS-Ländern beschlossen, die die rund 2 500 im Land stationierten französischen Soldaten unterstützen sollten. Trotz mehrfach erneuerter Waffenstillstandserklärungen hielten die Kämpfe jedoch unvermindert an.


24. Januar 2003

In Marcoussis (bei Paris) einigten sich die Konfliktparteien unter der Vermittlung Frankreichs auf ein Friedensabkommen. Dieses sah vor, dass Präsident Gbagbo bis 2005 im Amt bleiben sollte, die Rebellen an einer "Regierung der nationalen Versöhnung" beteiligt sowie die Konfliktparteien entwaffnet und Neuwahlen vorbereitet werden sollten. Der aus dem Norden des Landes stammende Muslim Seydou Diarra wurde zum Ministerpräsidenten bestimmt. Gegen das Friedensabkommen und vor allem die Regierungsbeteiligung der FN protestierten Zehntausende. Dabei kam es auch zu schweren Ausschreitungen, die sich hauptsächlich gegen französische Einrichtungen im Land richteten. Zum Schutz der Zivilbevölkerung wurden mit UN-Mandat westafrikanische und französische Truppen sowie zur Überwachung des Friedensprozesses UN-Soldaten stationiert (insgesamt etwa 11000 Mann).


4.November 2004

Angriffe der ivorischen Luftwaffe gegen Rebellenstellungen im Norden, dabei auch Bombardierung der französischen Operation Licorne in Bouaké, die Zerstörung der ivorischen Luftwaffe durch französische Truppen folgt.


April-Juni 2005

Vermittlungsaktion des südafrikanischen Präsidenten Mbeki im Auftrag der AU.


Dezember 2005

Bildung einer neuen Regierung unter Premierminister Charles Banny.


September 2006

Als Folge eines Giftmüllskandals in Abidjan bildet Premierminister Banny seine Regierung um.


30. März 2007

Ernennung des FN-Rebellenführers Guillaume Soro zum neuen Premierminister.


29. Juni 2007

Fehlgeschlagenes Attentat auf PM Soro am Flughafen Bouaké.


07. November 2010

Präsidentenwahl unter Aufsicht von Internationalen Wahlbeobachtern.


28. November 2010

Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen Laurent Gbagbo und Alassane Ouattara.


04. Dezember 2010

Die Wahlkommission hatte Ouattara mit einem Stimmenanteil von 54 Prozent zum Sieger ernannt, Gbagbo erhielt nur 46 Prozent. Dieses Ergebnis erklärte der Verfassungsrat allerdings für ungültig, da es nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist verkündet worden sei. In einer im Fernsehen übertragenen Zeremonie legte Gbagbo seinen Amtseid im Präsidentenpalast von Abidjan ab. Danach legte auch Ouattara seinen Amtseid ab. Regierungschef Guillaume Soro reichte seinen Rücktritt ein und erklärte seine Unterstützung für Ouattara.


11. April 2011

Der blutige Machtkampf in Côte d'Ivoire ist mit der Festnahme des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo vorerst beendet. Französische Truppen und Rebellenverbände des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara, setzten Gbagbo im Präsidentenpalast in Abidjan fest. Er leistete zuletzt keinen Widerstand.


22. Mai 2011

In einer feierlichen Zeremonie wurde der neue Präsident der Republik Côte d’Ivoire Alassane Ouattara in der Hauptstadt Yamoussoukro in sein Amt eingeführt. Mehrere Staatsoberhäupter aus Afrika, der französische Präsident Nicolas Sarkozy, sowie weitere Vertreter afrikanischer Staaten und der EU waren anwesend. Die Amtseinführung war ein vorläufiger Schlussstrich unter einen 6 Monate dauernden Machtkampf in dem westafrikanischen Land. Über 3000 Menschen kamen bei den Auseinandersetzungen ums Leben.


Alte Karte der französischen Kolonie Côte d'Ivoire



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