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Habib Koité


Habib Koité (* 1958 in Thiès, Senegal) ist ein malischer Musiker, lebt in Bamako, der Hauptstadt Malis. Er ist Musiker, Gitarrist und Sänger. Mit seiner Gruppe Bamada, die er 1988 zusammen mit langjährigen musikalischen Weggefährten gründete, gibt er zahlreiche Konzerte in aller Welt.


Habib Koité entstammt einer Kassonké-Griot-Familie. Sein Vater arbeitete bei der Eisenbahn (Linie Dakar, Senegal bis Bamako, Mali) und die Familie zog 1959 nach Kayes (Mali). Habib Koité wuchs in einer sehr grossen Familie heran (17 Geschwister), in der der Umgang mit Musik und diversen Instrumenten ganz natürlich war. Von seinem Grossvater wird berichtet, dass er die Donso Ngoni meisterhaft beherrschte, ein traditionell von Jägern gespieltes, auch "Buschharfe" genanntes Instrument. Koité selbst schildert es so, dass die Eltern und Geschwister Gitarre spielten und er sich auch auf diesem Instrument versuchte und es nach und nach selbst zu spielen erlernte. Seine Mutter, die als Griotte auf zahlreichen Festen sang, begleitete er häufig auf der Gitarre.


Ein Onkel bemerkte das aussergewöhnliche Talent des Jungen, weshalb er sich stark dafür einsetzte, dass Habib nicht, wie ursprünglich vorgesehen, ein Ingenieursstudium begann, sondern Musik am "Institut National des Arts (INA)" in Bamako studierte. 1982 schloss er dort sein Studium ab und blieb danach viele Jahre als Gitarrenlehrer an der Hochschule.


Viele Musiker aus dem Vielvölkerstaat Mali sind einer bestimmten ethnischen musikalischen Tradition verpflichtet. Im Gegensatz dazu hat Habib Koité sich schon immer für die unterschiedlichsten Stilrichtungen interessiert und diese auch in seine Songs integriert. Hinzu kommen Elemente aus dem Flamenco oder Reggae. Es ist ihm jedoch auch ein Anliegen, vom Aussterben bedrohte musikalische Traditionen zu bewahren. Auf dem Album "Afriki" bekommt man im Stück "Nta Dima" traditionelle Hornbläser zu hören, eine Form der Musik, die kaum noch von jungen Männern gespielt wird. Die Musikkritik bezeichnet Habib Koités Stil gerne als einen "hypnotischen Klangteppich", auf dem sich seine warme Stimme entfalten kann. Viel Beachtung findet auch Habib Koités virtuoses Gitarrenspiel


Immer wieder hört man von Unruhen in Nord-Mali. Die dortige Tuareg-Bevölkerung fühlt sich benachteiligt und tut sich schwer mit der Idee eines Grenzen setzenden Nationalstaates. Für viele Malier im Süden hingegen sind die Tuareg Banditen und Schmuggler. Mehr als einmal haben solche Konflikte Mali an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht. In seinem Song "Fatma" (1995, auf dem Album "Muso Ko") lässt Habib Koité einen jungen Mann auf der Suche nach seiner Traumfrau das ganze Land durchstreifen. Im Norden des Landes findet er schliesslich die Erträumte: Fatma. Die Idee hinter dem Lied ist: Wir sind ein Land. In diesem Geist entstand schliesslich das Projekt "Desert Blues", für das sich Habib Koité & Bamada, die Touareg-Gruppe "Tartit" und Afel Bocoum und seine Gruppe "Alkibar" für diverse Auftritte zusammentaten. Dieses Projekt motivierte den französischen Filmemacher Michel Jaffrenou 2006 zu dem Film "Jusqu'à Tombouctou" (deutsch: "Desert Blues"), der auf eine musikalische Reise durch Mali mitnimmt und die drei Desert-Blues-Gruppen porträtiert. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Michel Jaffrenou entstand "Kirina", eine Manding-Oper, die im Sommer 2008 in Nizza zur Aufführung kam.



Diskographie


1995: Muso Ko

1998: Ma Ya

2001: Baro

2004: Foly

2007: Afriki

2012: Brothers in Bamako (mit Eric Bibb)

2014: Soô

2019: Kharifa





Album Kharifa 2019

HABIB KOITÉ nimmt sich Zeit. Lässt man seine Liveaufnahmen und „Brothers In Bamako“ mit ERIC BIBB außen vor, ist „Kharifa“ sein sechstes Studioalbum - das Debüt „Muso Ko“ wurde bereits 1995 veröffentlicht. Dass der malische Gitarrist und Sänger seitdem gereift ist und sich weiterentwickelt hat, steht außer Frage, doch stets hält er eine enge Verbindung zu den lokalen Musikstilen seiner Heimat. „Kharifa“ wurde in Bamako aufgenommen und abgemischt, und die reiche und vielfältige Musiktradition kommt nicht allein durch Instrumente wie N‘goni, Flöte, Kora, Doundoun, Djembe oder Calabash zur Geltung. Neben seiner Band BAMADA wirken zahlreiche Gastmusiker auf den zwölf neuen Songs mit:  nicht nur HABIBs Neffe M'BOUILLÉ KOITÉ, auch sein Sohn CHEICK TIDIANE KOITÉ, der auf „iVazi“ neben dem Leadgesang auch Bass und Keyboards übernahm. Der bekannte Koraspieler TOUMANI DIABATÉ gastiert auf „Forever“, AMY SACKO, Sängerin von NGONI BA, der Gruppe von BASSEKOU KOUYATÉ ist als Backgroundsängerin auf „Symbo“ zu hören, ebenso ABOU SISSOKO von selbiger Band. „Kharifa“ gelingt mit seinen zwölf Songs perfekt die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart - wunderbar melodischer Afropop und -Folk, der zudem im Hier und Jetzt stattfindet: ohne Probleme wie Umweltverschmutzung, Armut, Krankheit oder Müßiggang zu verleugnen, mit denen seine Heimat stetig zu kämpfen hat, stellt sich KOITÉ entschlossen und optimistisch dagegen. Während „Mandé“ noch Versöhnung fordert, berichtet der Opener „Wara“: „Das Leben ist  ein täglicher Kampf“, und in „Kharifa“ wird Rechenschaftspflicht und Verantwortung gefordert. HABIB KOITÉ nimmt sich Zeit. Fünf Jahre nach seinem letzten Studioalbum „Soô“ gelingt ihm mit  „Kharifa“ ein wahres Meisterwerk.


Künstlerbiografie

Der Gitarrist und Sänger HABIB KOITÉ ist in seiner Heimat Mali ein Superstar, aber gewiss auch einer der bekanntesten zeitgenössischen Musiker aus ganz Afrika. 1958 geboren, wuchs er im westafrikanischen Mali als eines von 17 Geschwistern in einer Kassonké-Griot-Familie auf, in der schon früh sein musikalisches Talent auffiel. Kaum studierte er am „Institut National des Arts“ in Bamako, war er auch schon Leiter der Schulband und knüpfte während seines Studiums, das er als Klassenbester absolvierte, Kontakte zu bekannten malischen Musikern. Als Gitarrist versucht er sich früh an pentatonischen und offenen Stimmungen, erkundete die unzähligen lokalen Musiktraditionen seines Landes genau so, wie er sich für die aktuelle internationale Musik interessierte. Schon früh hat er die Leitidee, die traditionelle Musik als Grundlage zu betrachten, aber etwas Neues und Eigenes daraus entstehen zu lassen. 1988 gründet er mit alten Freunden seine Band BAMADA, gewinnt bald erste Musikpreise und produziert seinen ersten Song  „Cigarette A Bana“ selbst, der schon bald als kleiner Hit zu Airplay und Liveauftritten auch außerhalb Afrikas führt. Schon seit 1994 mit seinem Label und Management CONTRE-JOUR verbunden, gelingt gleich mit dem Debütalbum „Muso Ko“ (1995) ein Einstieg auf Platz 2 der World Music Charts Europe, die er mit dem Nachfolger „Ma Ya“ (1998) gleich mehrere Monate anführen wird. Seitdem geht es in KOITÉs Biografie recht turbulent voran, seine ersten Alben verkaufen sich solide sechsstellig weltweit, und er gilt als der Genre-Newcomer der Stunde. DAVID LETTERMAN lädt ihn in seine „Late Night“-Show ein, US-Künstler wie JACKSON BROWNE oder BONNIE RAITT werden Freunde und Kooperationspartner. Seit seinen ersten Erfolgen tourt der Künstler unermüdlich, hat weit über 1.500 Konzerte weltweit gegeben, spielte als Gast mit dem ART ENSEMBLE OF CHICAGO und tourte oft mit anderen Künstlern unter einem thematischen Motto zusammen („Voices Of Mali“, „Desert Blues“, „Acoustic Africa“, „5 Great Guitars“, „African Samba“). 2012 veröffentlicht er mit dem US-Bluesgitarristen ERIC BIBB das Duo-Album „Brothers In Bamako“. Bis heute besticht KOITÉs Musik durch zeitlos brillante Harmonien und Rhythmen, die unmittelbar berühren - authentische Kunst, die beherzt für Verständigung und Toleranz eintritt und musikalisch-lyrische Bande zwischen den Kulturen knüpft.


Quelle: Brokensilence.de







Habib Koité

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