© 2010-2017  by www.westafrikaportal.de & alatif-design  Ingo Abdullatif Müller  

Home Länder Geschichte Politik Wirtschaft Wissen Kultur Reise Service


ImpressumKontaktDatenschutzSponsoren & PartnerReferenzen


Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Tumblr teilen Auf LinkedIn teilen Per E-Mail senden Drucken



Wissen    Natur & Umwelt    

Natur & Umwelt


Wenn man Westafrika in von Norden in südliche Richtung durchquert, kann man verschiedene Klimagürtel mit ihrer ganz einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt bewundern. Im Norden liegt die Sahara und der angrenzende Sahelbereich. Hier handelt es sich um eine Dornen- und dann auch eine Baumsavanne. Der Süden Westafrikas ist das komplette Gegenteil des trockenen Nordens.


Am Küstenstreifen wächst der tropische Regenwald, der für die vielfältige Flora und Fauna ein ideales Gebiet ist. Durch den fast ganzjährigen tropischen Regen führen diese Bedingungen zu einem reichhaltigen Angebot natürlich wachsender Ressourcen.


Solche idealen Bedingungen für das Leben herrschen in der heissesten und grössten Wüste der Erde nicht. In der Sahara, die fast so gross wie Europa ist, kann die Temperatur an einem einzigen Tag um 50 Grad schwanken. Menschen, die der unwirtlichen Natur trotzen, besiedeln Oasen oder ziehen als Nomaden umher.


Mensch und Natur sind in Westafrika auf Regen angewiesen. Viele Arbeitsplätze in der für Westafrika wichtigen Landwirtschaft sichern vielen Menschen das überleben. In den Wintermonaten fällt an manchen Orten Westafrikas kein einziger Tropfen Niederschlag. Die Trockenzeit ist in den verschiedenen Klimazonen der Region unterschiedlich lang und führt oftmals auch zu Dürren. Insbesondere sind hier die Bereiche des Sahel betroffen.


In der trockenen Zeit des Jahres weht ein besonderer Wind: Der mächtige Harmattan ist ein Passat, der aus dem Nordosten der Sahara über Westafrika mit viel Sand und Staub zieht. Dieser Wind bringt auch hohe Temperaturen bis in den tropischen Bereich Westafrikas.

   

Westafrikanische Kulturlandschaft mit Feldern und Bäumen

Meldungen


Klimaforscher warnen vor Folgen der Luftverschmutzung in Westafrika

Westafrika gehört zu den Regionen mit dem schnellsten Bevölkerungswachstum der Welt: 340 Millionen Menschen leben dort, mehr als 800 Millionen werden es Mitte des Jahrhunderts sein. Mit Industrialisierung und Urbanisierung nimmt auch der Ausstoss an Spurengasen und Partikeln rapide zu. Vor den Risiken der Luftverschmutzung über den Städten Westafrikas warnt nun ein internationales Wissenschaftlerteam um Peter Knippertz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Auswirken könnte sie sich unter anderem auf das regionale Klima. Für ein besseres Verständnis der Prozesse sei intensivere Forschung dringend erforderlich. Ihre Studie stellen die Wissenschaftler nun in Nature Climate Change vor.

Die Atmosphäre über Westafrika sei, trotz ihrer zentralen Rolle für die Gesundheit und die wirtschaftliche Entwicklung, noch zu wenig untersucht und verstanden, so die Studie. Die Erfahrungen aus anderen dicht besiedelten Regionen der Welt wie Indien oder China zeigten jedoch, dass auch für Westafrika ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung, Klima und regionalen Auswirkungen des weltweiten Klimawandels erforderlich ist.

Das Klima Westafrikas wird wesentlich von einem empfindlichen Monsunsystem bestimmt, das Wind, Temperatur, Wolken- und vor allem Niederschlagsbildung beeinflusst. Schnell wachsende Städte wie Lagos in Nigeria, Accra in Ghana und Abidjan in der Côte d'Ivoire produzieren grosse Mengen schädlicher Aerosole. "Die Zunahme dieser kleinsten Partikel in der Atmosphäre kann sich unter anderem auf Wolkenbildung und Sonneneinstrahlung auswirken, und damit auch Veränderungen bei Niederschlägen und Temperatur zur Folge haben", sagt Klimaforscher Professor Peter Knippertz vom KIT. Gemeinsam mit Kollegen aus Grossbritannien und Frankreich warnt er davor, dass die Gesundheit der Bevölkerung, die Ernährungssicherheit und das Klima der Region gefährdet sind

Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Fink vom KIT untersucht Peter Knippertz insbesondere die Bewölkung über dem südlichen Westafrika. In dieser Region sind sowohl Bevölkerungszuwachs als auch landwirtschafltiche Produktion besonders hoch. "Gerade die für Westafrika typischen niedrigen Schichtwolken, auch Stratus genannt, stehen im Verdacht empfindlich auf Aerosolpartikel zu reagieren. Viele Partikel erzeugen mehr und kleinere Wolkentröpfchen, Dies hat einen Einfluss darauf, wie die Wolken die Sonneneinstrahlung reflektieren und Niederschlag bilden", erläutert Knippertz. Diese Wolken seien in den meisten Klimamodellen allerdings noch nicht ausreichend wiedergegeben, die Auswirkungen auf den Gesamtmonsun damit noch nicht geklärt, auch hier bestehe noch Forschungsbedarf.


Quelle:

Verschiedene Pressemeldungen 26.08.2015



Berliner Forscher entdecken neue Froschfamilie in Westafrika

Entlang von schnellfliessenden Flüssen und an Wasserfällen der Regenwälder Afrikas leben äusserlich sehr ähnliche aussehende Frösche, die Stromschnellenfrösche. Bei der Erforschung der Verwandtschaftsverhältnisse dieser Frösche haben Wissenschaftler des Museums für Naturkunde in Berlin, mit ihren Kollegen aus der Schweiz eine sensationelle Entdeckung gemacht. Die westafrikanischen Arten erwiesen sich als mit den anderen Stromschnellenfröschen nicht näher verwandt: Tatsächlich repräsentieren sie eine eigene Familie die sich bereits in der Kreidezeit, zu Zeiten der Dinosaurier, von anderen Froschfamilien abgespalten hat.

Jedes Jahr werden immer noch 100-200 neue Froscharten entdeckt und beschrieben. Meist ist über die Biologie und die Verwandtschaftsverhältnisse dieser Arten wenig oder nichts bekannt. Die Verbreitung und Verwandtschaft von Arten kann Wissenschaftlern aber wertvolle Erkenntnisse über die Vergangenheit unseres Planeten, z.B. zum Klima und der Geschichte von Ökosystemen liefern. Aus diesem Grund wollten Wissenschaftler des Museums für Naturkunde in Berlin, in einer internationalen Kooperation, die Verwandtschaftsverhältnisse einer Gruppe von Fröschen aufklären die sich auf schnellfliessende Regenwaldbäche und Wasserfälle spezialisiert haben. Die äusserlich sehr ähnlichen Arten der Stromschnellenfrösche waren aus Regenwäldern West, Zentral- und Ostafrikas bekannt. In ihren Untersuchungen verglichen die Forscher die molekulargenetischen und anatomischen Merkmale der bekannten Arten. Zu ihrem grossen Erstaunen erwiesen sich die Frösche Westafrikas als mit den anderen untersuchten Arten nicht näher verwandt. Für Michael Barej, dem Erstautor der Studie, war die Entdeckung sein wissenschaftlicher "Sechser im Lotto": "Eine neue Wirbeltiergattung zu entdecken ist schon klasse, aber als unsere Ergebnisse andeuteten, dass wir eine neue Familie entdeckt haben könnte, musste ich meine Euphorie erst einmal bremsen! Es erschien einfach zu unglaublich…".

Tatsächlich konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich die westafrikanischen Stromschnellenfrösche bereits in der Kreidezeit, also zu Zeiten der Dinosaurier, von anderen Froschgruppen abgespalten haben müssen. Neben genetischen Unterschieden fanden die Forscher, unter Einsatz von computertomographischen Methoden, auch diverse anatomische Besonderheiten. Als Konsequenz dieser Entdeckung schufen Michael Barej und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Frontiers in Zoology eine neue Familie für diese Tiere, die Odontobatrachidae. Der wissenschaftliche Name der neuen Froschfamilie, abgeleitet aus den griechischen Wörtern für Zahn und Frosch, verweist auf eine weitere, anatomische Überraschung: völlig froschuntypische, lange, spitze und nach hinten gebogene Zähne im Oberkiefer und massive Fangzähne im Unterkiefer. Wofür die Frösche diese Zähne brauchen ist noch unklar, evtl. jagen und fressen sie andere Frösche, wie computertomografische Aufnahmen eines kleinen Froschskelettes im Magen eines der Tiere nahelegen.

Die Entdeckung einer neuen Froschfamilie ist auch für den Naturschutz von Bedeutung. Die Zahnfrösche leben nur in wenigen Regenwaldresten der westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone, Liberia und der  Côte d'Ivoire. Dass ausgerechnet diese Wälder, eine nur auf sie beschränkte Wirbeltierfamilie beherbergt, unterstreicht deren bekannte Bedeutung als "Hotspot der Biodiversität" noch weiter. Mark-Oliver Rödel vom Berliner Naturkundemuseum hofft deshalb auch, dass die Entdeckung der neuen Froschfamilie den dringend notwendigen Schutzbemühungen um diese Wälder neuen Schub verleihen könnte.


Quelle:

http://www.naturkundemuseum-berlin.de/presse/pressemitteilungen-2014/2014



Westafrika verliert seine Löwen

90 Prozent der rund 400 westafrikanischen Löwen leben im Reservat W-Arly-Pendjari im Grenzgebiet zwischen Benin, Burkina Faso und dem Niger. Einst zählte der Löwe (Panthera leo) zu den am weitesten verbreiteten Raubkatzen der Erde. Bis zum Ende der letzten Eiszeiten lebten verschiedene Unterarten von Amerika über Europa bis weit nach Asien hinein. In Europa dürften die letzten wild lebenden Löwen während des ersten Jahrhunderts verschwunden sein.

In Westafrika leben lediglich ein Prozent der 35.000 afrikanischen Löwen Afrikas. Die Organisation Panthera erfasste in einem auf sechs Jahre angelegten Programm die Löwenpopulation in dieser Region. In fünf Staaten der Westafrikas leben demnach nur noch 250 Löwen im fortpflanzungsfähigen Alter, hinzu kämen 150 jüngere Tiere. 90 Prozent im Reservat W-Arly-Pendjari im Grenzgebiet zwischen Benin, Burkina Faso und dem Niger, die anderen im Senegal und in Nigeria.

Die Löwen aus dem Osten und dem Süden sind sich genetisch sehr ähnlich. Aber die aus Zentral- oder Westafrika sind ganz anders." Die Löwen in Westafrika leiden vor allem unter der Konkurrenz mit den Menschen um Land. Jagdgebiete der Löwen werden zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt, zudem jagen Menschen Wild, das zu den Hauptnahrungsmitteln der Löwen gehört. Die Raubkatzen würden überdies von Bauern getötet, die ihr Vieh schützen wollen.

Die Hauptbedrohung für die Löwen in dieser Region ist, dass sie keinerlei wirtschaftlichen Nutzen haben. Die Politiker in den bitterarmen Ländern Westafrikas betrachteten ihre wilden Tiere nicht als potenziell gewinnbringend, anders als in Süd- und Ostafrika, wo der Safari-Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist. Daher sei es notwendig, dass der Westen Geld sammle, um die Löwen Westafrikas vor dem Aussterben zu bewahren.


Quelle:

Verschiedene Pressemeldungen 2014

Landscape01.jpg