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Weitere Informationen zu Nachrichten aus Westafrika finden Sie in den Westafrika News.


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Westafrika News


Senegal 03.02.2024

Präsidentschaftswahl verschoben

"Ich werde einen offenen nationalen Dialog einleiten, um die Bedingungen für freie, transparente und inklusive Wahlen zu schaffen", sagte Sall am Samstag in einer Ansprache an die Nation. Ein neues Datum nannte er nicht. Derzeit laufen Ermittlungen gegen zwei Richter des Verfassungsrats, deren Integrität im Wahlprozess in Frage gestellt wurde.

Es ist das erste Mal, dass eine Präsidentschaftswahl in dem westafrikanischen Land verschoben wurde. Das ursprüngliche Wahldatum 25. Februar hatte Sall im November festgesetzt. 20 Kandidaten wurden zugelassen, nicht aber zwei führende Oppositionspolitiker.

Der Verfassungsrat hatte unter anderem den inhaftierten Oppositionsführer Ousmane Sonko und den Sohn des ehemaligen Präsidenten Abdoulaye Wade, Karim Wade, ausgeschlossen. Auf der Liste stand dagegen Regierungschef Amadou Ba, den Sall als seinen Nachfolger vorgeschlagen hatte.

Der Senegal galt bislang als Vorbild für Stabilität in Westafrika. Es gab drei friedliche Machtwechsel in den Jahren 2000, 2012 und 2019. Ein Putsch blieb dem Land erspart. Ausserdem blieb das mehrheitlich muslimische Land von islamistischen Anschlägen weitgehend verschont.

 

Burkina Faso 27.01.2024

Putin schickt 100 Russische Soldaten

Kremlchef Wladimir Putin setzt seinen Machtausbau weiter fort. Mitte dieser Woche sind in Burkina Faso, einem Staat in Westafrika, rund 100 russische Soldaten gelandet. 200 weitere sollen folgen. Das bestätigt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die militärische Unterstützung soll den Schutz des Landesführers Ibrahim Traoré und des burkinischen Volkes gewährleisten, heisst es weiter auf dem Telegram-Kanal Afrikakorps, der nach eigener Darstellung dem russischen Verteidigungsministerium unterstellt ist.

Bisher hatte vor allem Frankreich, das bis 1960 Kolonialmacht war, starken Einfluss auf den Sahel-Staat. Die Lage änderte sich, als die neuen Machthaber im vergangenen Jahr die französischen Truppen aus dem Land warfen. Grund: man war unzufrieden mit der Unterstützung Frankreichs im Kampf gegen den Terror.

Tatsächlich näherten sich Russland und Burkina Faso zuletzt an. Im Dezember vergangenen Jahres öffnete Russland nach fast 32 Jahren wieder seine Botschaft im Sahel-Staat. Die im Jahr 1992 geschlossene diplomatische Vertretung Russlands in der Hauptstadt Ouagadougou wurde wieder besetzt.


Liberia 02.01.2024

Regierungswechsel in Liberia

Die von der liberianischen Wahlkommission veröffentlichten Ergebnisse nach der Stichwahl von Mitte November ergaben einen hauchdünnen Sieg für Boakai. Mit 50,89 gegen 49,11 Prozent setzte sich Boakai gegen Weah durch. Es war die erste Wahl ohne die Anwesenheit der Mission der Vereinten Nationen in Liberia. Sie organisierte bis 2018 alle Wahlen in dem früheren Bürgerkriegsland, das nach 14 Jahren mit mehr als 250 000 Todesopfern 2003 endlich Frieden schloss.

Boakai ist Mitte November zum neuen Präsident des kleinen westafrikanischen Staates gewählt worden. Der 79-Jährige ist der neue starke Mann im Staat. Er gehört der Einheitspartei (UP) an und ist kein Unbekannter in der politischen Landschaft des früheren Bürgerkriegslandes. Er war bis 2017 zwölf Jahre lang Vizepräsident unter der ersten gewählten Präsidentin Afrikas, Ellen Johnson-Sirleaf, der Friedensnobelpreisträgerin von 2011.


Guinea 18.12.2023

Tote nach Explosion in Ölanlage in Guinea

Mehrere Menschen sind in Guinea bei einer Explosion im grössten Treibstofflager getötet worden. Nach Angaben der Behörden gibt es mehr als 150 Verletzte. Der Brand scheint unter Kontrolle zu sein. Bei einer Explosion im grössten Treibstofflager in Guinea sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet von mindestens 13 Toten und bezieht sich dabei auf eine Mitteilung der Regierung. Die Katastrophenschutzbehörde in dem westafrikanischen Land teilte mit, mindestens 88 Menschen seien schwer verletzt worden. Die dpa berichtet von mindestens 178 Verletzten bei dem Unglück in der Hauptstadt Conakry. Es sei zu erwarten, dass die Zahl der Toten noch steige, sagte Zivilschutzchef Jean Traoré bei einer Krisensitzung. Der Explosion des Hauptdepots für Kohlenwasserstoff war in der Nacht zu Montag ein Feuer vorausgegangen, hiess es in einer Mitteilung der Regierung. Die genaue Ursache der Katastrophe ist jedoch noch unklar. Informationsministerin Aminata Kaba sagte, es gebe erhebliche Schäden. Nach Zeugenberichten zerschmetterte die gewaltige Explosion um Mitternacht mehrere Fenster umliegender Häuser. Hunderte Menschen im Zentrum der Hauptstadt Conakry flohen vor der Explosion und dem Feuer. Auch Stunden später waren die Flammen noch nicht gelöscht. Allerdings hat die Feuerwehr den Brand weitgehend unter Kontrolle, hiess es. Die Behörden hatten das Hafenviertel weiträumig abgesperrt, zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Wie gross der Schaden im Depot ist, ist noch unklar.

Das westafrikanische Guinea ist kein Ölproduzent und daher auf Ölimporte angewiesen. Diese werden grösstenteils im betroffenen Treibstoffdepot gelagert und per Lkw im ganzen Land verteilt. Seit Herbst 2021 herrscht im westafrikanischen Guinea nach einem Putsch eine Militärjunta unter der Führung von Oberst Mamadi Doumbouya. Dieser hatte zugesagt, die Macht bis Januar 2026 an eine gewählte zivile Regierung zu übergeben. Präsident Doumbouya kündigte eine Untersuchung der Unglücksursache an.


Guinea-Bissau 03.12.2023

Putschversuch

Innerhalb weniger Tage haben sich in Westafrika nach Angaben der jeweiligen Regierungen zwei Putschversuche ereignet in den Ländern Sierra Leone und Guinea-Bissau. Lokale Medien berichteten dort zunächst von Schüssen in der Hauptstadt Bissau. Soldaten befreiten demnach den festgenommenen Finanzminister und einen Staatssekretär aus Polizeizellen. Die Nationalgarde habe beide an einen unbekannten Ort gebracht und sich danach in Militärbaracken verschanzt, hiess es. Präsident Umaro Sissoco Embaló kehrte am Samstag von der Klimakonferenz in Dubai zurück und sprach von einem Putschversuch. Das Militär verkündete nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP die Gefangennahme und Kapitulation des Kommandeurs der Nationalgarde. Danach kehrte offenbar wieder Ruhe ein, wobei weiterhin Militärfahrzeuge in den Strassen der Hauptstadt zu sehen waren. Berichten zufolge sollen bei den Schusswechseln mindestens zwei Menschen getötet worden sein.

Finanzminister Souleiman Seidi und António Monteiro, der Staatssekretär, waren laut offiziellen Angaben nach Korruptionsvorwürfen durch die Opposition festgenommen worden, um zu verhindern, dass sie die Ermittlungen beeinflussen können. Am Donnerstag wurden die beiden von einer Antikorruptionseinheit zu staatlichen Zahlungen an mehrere Unternehmen in Höhe von insgesamt elf Millionen Dollar befragt. Der Finanzminister sagte aus, die Zahlungen seien rechtmässig erfolgt und sollten die Privatwirtschaft unterstützen. Der 51 Jahre alte Embaló, der das Zwei-Millionen-Einwohner-Land seit 2020 regiert, hatte erst im Februar vergangenen Jahres einen Putschversuch überlebt. Elf Soldaten der Präsidentengarde wurden damals getötet. Bis heute sind die Hintergründe des Angriffs nicht bekannt. Der Präsident beschuldigte die "Drogenmafia". Oppositionspolitiker warfen ihm vor, sich nur als Saubermann inszenieren zu wollen, zugleich aber selbst vom internationalen Rauschgifthandel zu profitieren.


Mali, Burkina Faso, Niger 02.12.2023

Mali, Niger und Burkina Faso wollen gemeinsame Konföderation

Die drei Sahelstaaten Mali, Niger und Burkina Faso wollen sich enger zusammenschliessen. Die Aussenminister der drei Länder empfahlen am Freitag die Schaffung einer Konföderation mit dem Ziel, diese letztlich zu einem Staatenverband auszubauen. In einer gemeinsamen Empfehlung an die Präsidenten ihrer Staaten betonten die drei Minister das "riesige Potenzial für Frieden, Stabilität, diplomatische Stärke und wirtschaftlichen Aufstieg, das ein verstärktes politisches Bündnis bietet".

In Mali ist seit einem Staatsstreich im Jahr 2020 eine Militärregierung an der Macht, in Burkina Faso riss das Militär 2022 die Macht an sich. Beide Länder versicherten dem Nachbarland Niger rasch ihre Solidarität, als Ende Juli auch dort Militärs die Macht übernahmen. International stossen die Staatsstreiche in den drei westafrikanischen Ländern auf scharfe Kritik. Die drei Staaten gründeten gemeinsam die Allianz der Sahelstaaten (AES), deren Mitglieder sich gegenseitigen Beistand zusichern für den Fall, dass ihre Souveränität und territoriale Integrität angegriffen wird. Ausserdem wollen sie ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausweiten. Ende November hatten die Wirtschafts- und Finanzminister der drei Sahelstaaten die Schaffung eines gemeinsamen Stabilisierungsfonds und einer Investitionsbank empfohlen. Ausserdem sprachen sie sich dafür aus, einen Ausschuss einzusetzen, der die Überlegungen zu einer Wirtschafts- und Finanzunion der drei Länder vertiefen soll. Nach Angaben des malischen Aussenministers Abdoulaye Diop wollen sich auch die Staatschefs der drei Länder bald treffen. Einen Termin nannte Diop nicht.


Sierra Leone 26.11.2023

Überfälle auf Waffenlager und Gefängnisse

Unbekannte Täter haben im westafrikanischen Sierra Leone am Sonntag ein Waffenlager des Militärs und mehrere Gefängnisse überfallen. In dem Waffenlager, das sich in der Nähe der Residenz von Präsident Julius Maada Bio in der Hauptstadt Freetown befindet, war es in den frühen Morgenstunden zu Schusswechseln gekommen, teilte das Informationsministerium mit. Die Regierung verhängte daraufhin eine landesweite Ausgangssperre und leitete eine Grossfahndung nach den Tätern ein. Die Situation sei aber unter Kontrolle, hiess es. Bio bezeichnete den Vorfall als einen "Sicherheitsverstoss", versicherte seinen Bürgern jedoch, die Ruhe im Land sei wiederhergestellt und seine Regierung "entschlossen, die Demokratie in Sierra Leone zu schützen".

Später bestätigte Informationsminister Cherno Bah, die Täter hätten auch mehrere Haftanstalten angegriffen, einschliesslich eines Hochsicherheitsgefängnisses in Freetown. "Einige Gefangene wurden von den Angreifern entführt, während viele andere freikamen", sagte Bah. Am Sonntagnachmittag machten Sicherheitskräfte nach Angaben von Bah Fortschritte in der Fahndung nach den Angreifern. "Die Regierung behält weiter die Kontrolle und den Überblick über die Lage" so Bah. Die Lage in der Hauptstadt sei ruhig.


Liberia 18 10.2023

Liberia steht vor einem Regierungswechsel

Nach einer Stichwahl in Liberia hat der amtierende Präsident George Weah seine Niederlage gegen den Herausforderer Joseph Boakai eingeräumt. "Die Ergebnisse, die heute Abend bekannt gegeben wurden, sind zwar nicht endgültig, deuten aber darauf hin, dass (Herr) Boakai einen Vorsprung hat, den wir nicht aufholen können", sagte der ehemalige Fussballstar Weah, der 2017 zum Präsidenten des westafrikanischen Landes gewählt worden war, im staatlichen Rundfunk.

Amtsinhaber Weah hatte seine angestrebte Wiederwahl im ersten Wahlgang verpasst und musste in die Stichwahl gegen seinen Herausforderer. Nach der Auszählung der Stimmzettel aus mehr als 99 Prozent der Wahllokale lag der 78-jährige Boakai mit 50,89 Prozent der Stimmen vor Weah, der auf 49,11 Prozent kam. Das knappe Ergebnis offenbare "eine tiefe Spaltung in unserem Land", sagte Weah in seiner Rede. Er habe mit "dem gewählten Präsidenten Joseph Boakai gesprochen, um ihm zu seinem Sieg zu gratulieren", sagte Weah. Die USA begrüssten, dass Weah die Ergebnisse friedlich akzeptiert habe. "Wir rufen alle Bürger auf, dem Beispiel von Präsident Weah zu folgen und die Ergebnisse zu akzeptieren", sagte Matthew Miller, ein Sprecher des US-Aussenministeriums.

Schon 2017 gab es eine Stichwahl zwischen Weah von der Koalition für Demokratischen Wechsel (CDC) und Boakai von der Partei für Einheit (UP). Weah siegte damals mit 61,5 Prozent zu 38,5 Prozent.

Rund 2,4 Millionen Einwohner Liberias waren am Dienstag zur Stimmabgabe aufgerufen gewesen. Bislang gab es noch keine Angaben zur Wahlbeteiligung. Anhänger Boakais feierten das Ergebnis vor einem Büro seiner Partei in der Hauptstadt Monrovia.

Der Küstenstaat am Atlantik gehört trotz reicher Bodenschätze zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben wirtschaftlichen Problemen bewegen vor allem Korruption und die schleppende Aufarbeitung der früheren Bürgerkriegsverbrechen viele Liberianer.


Mali 08.09.2023

Mindestens 64 Menschen bei Terroranschlägen getötet

Im westafrikanischen Mali sind bei zwei Terroranschlägen islamistischer Kämpfer nach Angaben der Militärregierung mindestens 64 Zivilisten und Soldaten ums Leben gekommen. Das teilte die Militärjunta des Landes im staatlichen Fernsehen mit. Ziel der Anschläge seien ein Passagierboot auf dem Niger nahe der Oasenstadt Timbuktu und eine malische Militärstellung in Bamba weiter flussabwärts in der Region Gao gewesen.

Zu den Anschlägen bekannte sich die islamistische Rebellengruppe JNIM, ein Dachverband bewaffneter Gruppen, die mit Al-Kaida verbündet sind. Die Militärjunta gab bekannt, dass Regierungssoldaten als Reaktion auf die Angriffe etwa 50 aufständische Kämpfer getötet hätten. Die Regierung hat zu einer dreitägigen Staatstrauer aufgerufen.

Timbuktu wird seit Ende August von bewaffneten Gruppen blockiert. Die Aufständischen verhindern, dass die Stadt mit grundlegenden Gütern versorgt wird. Einem Bericht der UN-Agentur für humanitäre Hilfe vom August zufolge sind mehr als 30.000 Einwohner aus der Region geflohen.


Burkina Faso 06.09.2023

Bei Terror-Angriff sterben 53 Menschen

Bei einem Angriff mutmasslicher Dschihadisten im Norden Burkina Fasos sind nach Angaben der Armee 53 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet worden. 17 von ihnen seien Soldaten gewesen, 36 zivile Unterstützer der Armee, teilte der Generalstab der Armee am Dienstag mit. Der Angriff, bei dem zudem rund 30 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt wurden, ereignete sich demnach am Montag. Die angegriffene Einheit sei in der Stadt Koumbri in der Provinz Yatenga im Norden des Landes stationiert gewesen, um die Wiederansiedlung von Einwohnern zu ermöglichen, hiess es weiter. Diese seien vor mehr als zwei Jahren von Dschihadisten aus dem Gebiet vertrieben worden. Die Sicherheitskräfte hätten ihrerseits "mehrere Dutzend" gegnerische Kämpfer getötet. Erst am Samstag hatte die Armee mehr als 100 getötete mutmassliche Terroristen gemeldet.


Niger 25.08.2023

Militärbündnis mit Burkina Faso und Mali

Das teilten die drei Aussenminister nach einem Treffen in der nigrischen Hauptstadt Niamey mit. Demnach wollen sie gemeinsam ihre Grenzen sichern. Das Abkommen sieht auch vor, dass Mali und Burkina Faso militärischen Beistand leisten, sollte es zu einer militärischen Intervention gegen die Putschisten im Niger kommen. Ein ähnliches Abkommen besteht bereits zwischen Burkina Faso und Mali, die ebenfalls von Militärregierungen geführt werden.

Nach dem Putsch am 26. Juli hatte der regionale Staatenbund Ecowas eine Bereitschaftstruppe aktiviert und mit Gewalt gedroht, sollte Nigers demokratisch gewählte Präsident Bazoum nicht wieder ins Amt eingesetzt werden. Seit dem Wochenende gibt es zwischen der Ecowas und der Junta im Niger Verhandlungen.


Niger 04.08.2023

Westafrikanische Staaten haben Plan für Militäreinsatz in Niger

Westafrikanische Staaten wollen die Demokratie in Niger notfalls mit Militärgewalt wiederherstellen, sollte der gestürzte Präsident Mohamed Bazoum nicht wieder eingesetzt werden. Die Verteidigungsminister der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas hätten einen Plan für eine mögliche Militärintervention in Niger erstellt, falls die Putschisten nicht zurückträten, sagte Ecowas-Kommissar Abdel-Fatau Musah am Freitag nach einem Treffen in Abuja.

Ecowas werde den Putschisten nicht mitteilen, wann und wo sie zuschlagen werde, sagte Musah. Dies sei eine Entscheidung, die von den Staatsoberhäuptern getroffen werde. Ecowas strebe jedoch eine diplomatische Lösung an. Die Putschisten erhielten jede Gelegenheit, ihre Handlungen rückgängig zu machen.

Ecowas will die Militärregierung in Niger dazu zu bewegen, die verfassungsgemässe Ordnung wieder herzustellen. Allerdings hatten die nigrischen Militärs am Donnerstag eine Reihe von militärischen Kooperationsvereinbarungen mit Frankreich aufgekündigt und damit Hoffnungen auf eine Rückkehr zum Status quo vor dem Putsch gedämpft. Der seit wenigen Tagen amtierende Chef der Militärregierung, Abdourahamane Tiani, hat bisher Konzessionen abgelehnt und vor einem Angriff auf Niger gewarnt. Dies werde einen sofortigen Gegenschlag auslösen. Tiani wird von den Militärregierung in Mali und Burkina Faso unterstützt.

Vor zwei Jahren wurde ein Putschversuch in Niger vereitelt, als Militärs kurz vor der Vereidigung Bazoums den Präsidentenpalast stürmen wollten. Bazoums Wahl war der erste demokratische Machtwechsel in dem Land, in dem seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 das Militär viermal geputscht hat. Frankreich hat im Niger noch immer mehr als 1.000 Soldaten stationiert, unter anderem zur Bekämpfung islamistischer Terrormilizen in der Sahelzone. Unklar blieb zunächst, was die Ankündigung für die französische Präsenz bedeuten würde. Zuvor hatte Frankreichs Aussenministerium bereits bekannt gegeben, dass die französischen Sender France 24 und RFI im Niger nicht mehr zu empfangen seien.

Aus Kreisen des französischen Aussenministeriums hiess es am Freitag, die Kooperation beruhe auf Abkommen, die mit den legitimen nigrischen Autoritäten getroffen worden seien. Diese seien die einzigen, die Frankreich anerkenne. Die Zusammenarbeit mit Frankreich in der Sahelzone habe für den Niger positive Effekte gehabt. Zudem hätte man anderswo in der Region festgestellt, dass der Abzug internationaler Partner zu einem Anstieg von Gewalt geführt habe.

In einer weiteren Mitteilung der nigrischen Militärregierung hieß es zudem, dass die neuen Machthaber die Botschafter in Frankreich, den USA, in Togo und in Nigeria abgezogen hätten.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich musste ihre Truppen bereits nach den Militärputschen in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso abziehen. Der Niger galt als letzter Verbündeter des Westens in der Region. Frankreich engagiert sich seit Jahren mit Militärmissionen im Kampf gegen islamistische Terrormilizen in der Region. Im Niger profitiert die ehemalige Kolonialmacht unter anderem vom Uranabbau.


Senegal 31.07.2023

Oppositionsführer festgenommen

Im westafrikanischen Land Senegal ist Oppositionsführer und Präsidentschaftskandidat Ousmane Sonko am Freitag verhaftet worden. Am Montag wurde Sonko Berichten örtlicher Medien zufolge wegen Anstiftung zum Aufstand angeklagt. Noch am gleichen Tag hat die Regierung die Oppositionspartei mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

Aus Angst vor Protesten hat die senegalesische Regierung zudem den Zugang zum Internet eingeschränkt. Die Entscheidung des senegalesischen Innenministeriums, die Oppositionspartei aufzulösen sei gefallen, "nach Ereignissen, die eine schwerwiegende und dauerhafte Verletzung der Verpflichtungen der politischen Parteien darstellen", teilte die Behörde mit.

Im Juni brachen gewalttätige Proteste aus, nachdem Sonko in einem anderen Fall wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war. Sonko hatte die Vorwürfe politisch motiviert genannt. Mindestens 15 Menschen kamen bei den Unruhen ums Leben.

Nach Sonkos erneuter Verhaftung am Freitag begann er nach eigenen Angaben zwei Tage später einen Hungerstreik. "Angesichts von so viel Hass, Lügen, Unterdrückung und Verfolgung habe ich beschlossen, Widerstand zu leisten", schrieb Sonko auf Twitter.

Sonko gilt als stärkster Herausforderer von Präsident Macky Sall. Dieser kann bei den Wahlen im Februar 2024 voraussichtlich nicht erneut antreten. Die Vorwürfe gegen den Oppositionsführer haben in dem Land mit 17 Millionen Einwohnern immer wieder zu Protesten geführt. Senegal galt bislang als stabile Demokratie.





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