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Westafrika News



Guinea 05.09.2021

Putsch in Guinea

In Guinea gab es einen Putsch von Spezialkräften der Armee. Militärs haben Präsident Alpha Condé am Sonntag gefangen genommen und die Regierung "aufgelöst", hiess es in einem Video der Putschisten, das der Nachrichtenagentur AFP zuging und über soziale Netzwerke geteilt wurde. Die Lage soll aber noch unübersichtlich sein. Das Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, ein Angriff auf den Präsidentensitz durch eine Spezialeinheit sei zurückgeschlagen worden.

In dem Video der Putschisten hiess es, nach der Gefangennahme des Präsidenten sei beschlossen worden, die Verfassung ausser Kraft zu setzen und die Institutionen aufzulösen. "Wir haben auch beschlossen, die Regierung abzusetzen und die Grenzen zu schliessen", sagte ein uniformierter und bewaffneter Putschist in dem Video, das in den Online-Diensten weite Verbreitung fand, aber nicht vom Staatsfernsehen veröffentlicht wurde.

In dem Video ist auch der Präsident zu sehen, der sich in der Gewalt der Putschisten befindet. Condé, sitzt in Jeans und Hemd auf einem Sofa und weigerte sich darin auf die Frage der Putschisten zu antworten, ob er misshandelt worden sei.

Aus der Hauptstadt Conakry war zuvor gemeldet worden, dass es zu anhaltenden Schusswechseln gekommen sein soll und viele Soldaten auf den Strassen sind. Das Militär war vor allem auf den Strassen der Halbinsel Kaloum zu sehen, wo sich das Präsidialamt und zahlreiche Regierungsinstitutionen des westafrikanischen Landes befinden, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Präsident Condé hatte vergangenes Jahr eine Verfassungsänderung durchgesetzt, die ihm eine dritte Amtszeit ermöglichte. Im Oktober ging der heute 83-Jährige nach offiziellen Angaben aus der von Gewalt begleiteten, umstrittenen Wahl als Sieger hervor, was wiederum zu Massenprotesten führte. Bei Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften starben damals dutzende Menschen. Guinea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt zählt und wird seit Monaten von einer politischen und wirtschaftlichen Krise erschüttert.


Mali 19.08.2021

Soldaten in Mali getötet

Bei einem Angriff auf einen Armeekonvoi im westafrikanischen Mali sind am Donnerstag mindestens elf Soldaten getötet worden. Die Militärfahrzeuge stiessen zunächst auf einen Sprengsatz und wurden anschliessend von unbekannten Tätern beschossen, wie die Armee mitteilte. Zehn weitere Soldaten seien verletzt worden, hiess es. Der Vorfall ereignete sich Nahe der Stadt Douentza im Zentrum des Landes. Welche Gruppe hinter dem Angriff steckte war zunächst unklar. In Mali und anderen Staaten der Sahelzone sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) oder al-Qaida die Treue geschworen. Deutsche Soldaten sind in Mali bei der EU-Trainingsmission EUTM und der UN-Truppe Minusma im Einsatz, die einen Beitrag zur Stabilisierung des Krisenstaates liefern soll. Bei einem Überfall im benachbarten Burkina Faso hatten militante Islamisten kurz zuvor staatlichen Medienberichten zufolge mindestens 47 Menschen getötet. Unter den Todesopfern seien 30 Zivilisten und 14 Soldaten, meldete die Nachrichtenagentur AIB. Bei einem Angriff auf ein Dorf in Niger waren Anfang der Woche auch 13 Kinder ums Leben gekommen. Kinder seien in der Region in "extremer Gefahr", erklärte die Unicef-Regionaldirektorin für Westafrika, Marie-Pierre Poirier.


Niger 17.08.2021

Viele Tote bei heftigen Überflutungen

Bei Überschwemmungen im westafrikanischen Niger sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Starke Regenfälle hätten 63 Gemeinden im Land überflutet, teilte das Ministerium für Katastrophenmanagement am Montagabend mit.

Rund 70.000 Menschen seien von der Flutkatastrophe betroffen, mindestens 5000 Häuser eingestürzt, hiess es. Der Starkregen hatte nach Angaben des Ministeriums am 11. August begonnen und über mehrere Tage angehalten. Für die kommenden Tage erwarten Wetterexperten weitere starke Niederschläge mit Überschwemmungsgefahr. Die Regierung solle Menschen in gefährdeten Gebieten evakuieren, hiess es.


Cote d'Ivoire 15.08.2021

Erster Ebola-Fall in der Cote d'Ivoire seit 1994

Im westafrikanischen Staat Cote d'Ivoire ist der erste Fall der lebensgefährlichen Ebola-Krankheit seit mehr als einem Vierteljahrhundert registriert worden. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Nacht zu Sonntag. Bei der infizierten Person handelt es sich laut der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um eine 18-Jährige, die aus dem Ort Labé in Guinea auf dem Landweg in die Wirtschaftsmetropole Abidjan gereist und dort am 12. August nach einem Fieberschub im Krankenhaus behandelt wurde. Sie wurde mittlerweile isoliert. Es sei der erste Ebola-Fall in der Cote d'Ivoire seit 1994, so die WHO.

„Es ist extrem besorgniserregend, dass dieser Ausbruch in Abbdjan erklärt wurde - einer Metropole mit mehr als vier Millionen Menschen“, erklärte die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti. Sie kündigte ein Team von WHO-Experten an, das den Behörden in der Cote d'Ivoire bei der Kontaktverfolgung und Behandlung helfen soll. Auch die Africa CDC sagte Unterstützung zu. Nach ihren Angaben beriet die Regierung in einem Krisentreffen die weiteren Schritte. Eine Ebola-Infektion führt oft zu hohem Fieber und inneren Blutungen.

Als unwahrscheinlich gilt eine Verbindung mit einem früheren Ausbruch im benachbarten Guinea, das sich erst am 19. Juni als Ebola-frei erklärt hatte.


Burkina Faso 06.06.2021

Mindestens 138 Tote bei Jihadisten-Angriff

Bei einem Angriff mutmasslicher Jihadisten im westafrikanischen Staat Burkina Faso sind mindestens 138 Menschen getötet worden. Präsident Roch Marc Christian Kabore verurteilte den nächtlichen Überfall auf das Dorf Solhan am Samstag als eine "barbarische" Tat. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich empört.

Der "barbarische Angriff" habe sich in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignet, sagte Präsident Roch Kabore am Samstag auf Facebook. Bewaffnete hätten das Dorf Solhan in der nördlich gelegenen Sahel-Region angegriffen, hiess es weiter. Die Europäische Union verurteilte die "barbarischen und feigen Angriffe" und bezeichnete sie als Terroranschläge.

Es ist der Angriff mit den meisten Todesopfern in Burkina Faso seit Jahren. Der staatlichen Nachrichtenagentur AIB zufolge wurden die Menschen regelrecht "exekutiert". Demnach sollen die Angreifer auch Gebäude und den Markt in Brand gesetzt haben. Auch könne die Zahl der Opfer weiter steigen, meldete AIB.

Wenige Stunden zuvor waren bei einem weiteren Angriff in der Region 14 Menschen getötet worden. Die beiden Attacken wurden im Dreiländereck verübt, das von Burkina Faso, Mali und dem Niger gebildet wird. Diese Region wird häufig von dschihadistischer Gewalt erschüttert.

UN-Generalsekretär Guterres sei "empört" über den Angriff, erklärte sein Sprecher. Nach seinen Angaben waren unter den Opfern auch mindestens sieben Kinder. Diese "abscheuliche" Tat zeige, dass die internationale Gemeinschaft ihre Unterstützung für die betroffenen Länder im Kampf gegen den gewaltsamen Extremismus verstärken müsse. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell teilte mit, es müsse alles getan werden, um sicherzustellen, dass die Täter für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen würden. Er bekräftigte die Verpflichtung der Union, gegen die Unsicherheit zu kämpfen und die Präsenz des Staates in den am stärksten betroffenen Regionen zu verstärken.

Die Regierung von Burkina Faso nannte die Angreifer "Terroristen" – diese Bezeichnung zielt in der Regel auf Jihadisten ab. Sie hätten Häuser angezündet und den zentralen Markt in Brand gesetzt. Präsident Kabore sprach von einer "verabscheuungswürdigen" Tat. "Wir müssen diesen Feinden der Aufklärung geeint und massiv entgegentreten", sagte er. Die Regierung entsandte Einsatzkräfte, um die Angreifer zu "neutralisieren" und die Gegend zu sichern. Zudem ordnete sie eine dreitägige Staatstrauer an. Burkina Faso blieb lange von Attacken verschont, doch stieg ihre Zahl seit 2015 deutlich an. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mittlerweile mehr als 1,2 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht.


Mali 26.05.2021

Erneuter Putsch in Mali

In Mali haben der von der internationalen Gemeinschaft anerkannte Übergangspräsident Bah Ndaw und der Regierungschef Moctar Ouane ihren Rücktritt bekannt gegeben. Es liefen die Verhandlungen über ihre Freilassung und die Bildung einer neuen Regierung, teilte ein Spezialberater des Vizepräsidenten, Assimi Goita, am Mittwoch mit. Damit verschärft sich die politische Krise in Mali weiter. Anzeichen deuten darauf hin, dass Vertreter von Offizierscliquen das Sagen haben, die im vergangenen Jahr den demokratisch gewählten Staatspräsidenten Ibrahim Boubacar Keïta gestürzt hatten.

Vizepräsident Goita, ein Oberst, hatte in einer Fernsehansprache am Dienstag bekannt gegeben, dass Staatspräsident Ndaw und Regierungschef Ouane ihrer Ämter enthoben seien. Zuvor waren die beiden sowie der Verteidigungsminister von Offizieren festgenommen und in eine Militärbasis in der Kleinstadt Kati nahe Bamako gebracht worden. Ndaw ist ein weithin angesehener Offizier im Ruhestand. Nach einem Putsch im August des vergangenen Jahres hatte kurzzeitig eine Militärjunta die Macht in Mali übernommen. Auch wegen des internationalen Drucks wurde diese kurze Zeit später von einer Übergangsregierung ersetzt, in der Offiziere jedoch weiter eine wichtige Rolle spielten. Die Regierung sollte über 18 Monate hinweg Wahlen vorbereiten.

Die Spannungen zwischen dem Staatspräsidenten und dem Regierungschef auf der einen und verschiedenen politischen Akteuren sowie militärischen Gruppen auf der anderen Seite nahmen immer mehr zu. Der Konflikt eskalierte am Montag, als eine Kabinettsumbildung bekannt gegeben wurde. Demnach sollten der ehemalige Verteidigungsminister und der frühere Sicherheitsminister nicht mehr mit von der Partie sein. Beide gehören, wie auch Vizepräsident Goita, zu den Anführern des Putsches vom vergangenen Jahr. Dass eine Kabinettsumbildung für Aufruhr sorgen könnte, war weithin erwartet worden. Die Festnahme und Inhaftierung der Politiker nur wenige Stunden später kam jedoch überraschend und löste international Empörung aus.


Burkina Faso 27.04.2021

Zwei spanische Journalisten bei Überfall getötet

Zwei spanische Journalisten sind bei einem Überfall in Burkina Faso in Westafrika getötet worden. Die Leichen der beiden Männer seien geborgen worden, man warte allerdings auf die endgültige Identifizierung, sagte die spanische Aussenministerin Arancha González Laya am Dienstag vor Journalisten in Madrid. Sie wolle deshalb die Namen der Ermordeten und weitere Details noch nicht bekanntgeben. Die Lage am Ort des Überfalls sei noch "sehr konfus". Der staatliche spanische Fernsehsender RTVE berichtete, die beiden Männer stammten aus den Städten Pamplona und Barakaldo. Sie hätten in Burkina Faso einen Dokumentarfilm über Wilderei in einem Naturpark gedreht.

Nach spanischen Medienberichten begleiteten die Spanier zusammen mit Journalisten anderer Länder in Burkina Faso staatliche Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde und des Militärs bei einem Einsatz gegen Wilderer, als der Konvoi mit rund 40 Menschen von bewaffneten Unbekannten angegriffen worden sei. Der Überfall habe sich am Montagabend auf der Strasse zwischen den Städten Fada N'Gourma und Pama im Südosten des Landes ereignet. Dabei sollen auch ein Ire und ein Einheimischer entführt oder verletzt worden sein.

Die Spanier hätten im Augenblick des Überfalls eine Drohne für Aufnahmen startklar machen wollen, schrieb die spanische Zeitung "El País" unter Berufung auf Informationen der Behörden in Burkina Faso.


Cote d'Ivoire 15.04.2021

Lebenslange Haftstrafen in Paris für Bombardierung in Westafrika

Fast 17 Jahre nach dem tödlichen Angriff auf französische Soldaten im westafrikanischen Staat Cote d'Ivoire hat nun ein Pariser Gericht drei Angeklagte in Abwesenheit zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag berichtete, wurden die Männer wegen Mordes und versuchten Mordes schuldig gesprochen. Es handele sich um zwei Luftwaffenoffiziere der Cote d'Ivoire und einen Söldner aus Belarus. Sie seien seit Jahren für die französische Justiz unauffindbar.

Bei der Bombardierung des französischen Lagers in der Stadt Bouaké im November 2004 waren neun französische Soldaten und ein US-Bürger getötet sowie rund 40 weitere Menschen verwundet worden. Frankreich hatte als Antwort die kleine Luftwaffe der Cote d'Ivoire völlig zerstört. Daraufhin war es in Abidjan zu organisierten Ausschreitungen gegen Franzosen gekommen, in deren Verlauf mehr als 8000 Franzosen aus dem Land in Sicherheit gebracht worden waren.


Benin 14.04.2021

Amtsinhaber Talon gewinnt Präsidentenwahl

In Benin hat Amtsinhaber Patrice Talon die Präsidentenwahl vom Sonntag deutlich gewonnen. Der 62-Jährige bekam laut vorläufigem Endergebnis 86,57 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Auf das gemeinsam als Präsident und Vizepräsident angetretene Duo Alassane Soumanou und Paul Hounkpè entfielen 11,29 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,17 Prozent.

Vor der Wahl war es zu Protesten gegen Präsident Talon gekommen. Die Opposition hatte argumentiert, die Amtszeit des Präsidenten sei bereits einige Tage vor der Wahl abgelaufen gewesen. Kritiker werfen Talon vor, das westafrikanische Land mit zwölf Millionen Einwohnen zunehmend autokratisch zu regieren. Benin gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern. Mehrere Oppositionskandidaten waren wegen fehlender Dokumente unter einem neuen Wahlgesetz von der Teilnahme ausgeschlossen gewesen. Der Oppositionskandidat Hounkpè erklärte laut einem Bericht des Senders RFI vom Mittwoch, es sei zu Unregelmässigkeiten beim Verlauf der Wahl gekommen.


Niger 22.03.2021

137 Tote bei Massaker

Bei einem neuen Massaker in dem von Terror heimgesuchten westafrikanischen Staat Niger sind mindestens 137 Menschen getötet worden. Der Regierung zufolge griffen Bewaffnete mehrere Dörfer in der Region Tahoua nahe der Grenze zum Nachbarland Mali an. Auch seien viele Menschen verletzt worden, teilte ein Regierungssprecher am späten Montagabend mit. In der Region wurden demnach verstärkte Sicherheitsmassnahmen ergriffen. Zuvor hiess es, Soldaten hätten sich mit den Angreifern Kämpfe geliefert. Es werde untersucht, wer hinter dem Angriff stecke, um die Täter vor Gericht zu stellen, erklärte der Regierungssprecher. Er nannte den Angriff "barbarisch" und verurteilte ihn scharf. Der Präsident vom Niger spreche den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Zuvor hatte auch UN-Generalsekretär António Guterres die "abscheulichen Angriffe" aufs Schärfste verurteilt. Guterres betone die Verpflichtung der Vereinten Nationen, den Niger weiterhin in seinen Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen, teilte sein Vize-Sprecher Farhan Haq mit. Vor nicht einmal einer Woche hatte die Regierung den Tod von 66 Menschen bei Attacken in der Unruheregion Tillabéri bekanntgeben müssen. Im Januar war es bereits in zwei Dörfern in Tillabéri zu einem Massaker mit 100 Toten gekommen.

Die Gewalteskalation fällt zusammen mit innenpolitischen Spannungen seit der Wahl des neuen Präsidenten Mohamed Bazoum. Ex-Präsident Mahamane Ousmane sprach von Betrug und bezeichnete sich als eigentlichen Wahlsieger. Im Niger mit seinen rund 23 Millionen Einwohnern und anderen Ländern der Sahelregion sind mehrere Terrorgruppen aktiv. Einige haben Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Treue geschworen. Die Regierung hat in den wüstenhaften Weiten ausserhalb der Städte wenig Kontrolle.  Dschihadistische Gruppen, kriminelle Netzwerke wie Menschenschmuggler nutzen diese Situation aus. In Nigers Nachbarland Mali sind eine UN-Mission sowie eine EU-Ausbildungsmission im Einsatz, an denen sich auch die Bundeswehr beteiligt.


Mali 17.03.2021

Angriff auf Militärlager mit mindestens 53 Toten

Bei einem Angriff auf ein Militärlager im westafrikanischen Mali sind nach Angaben der Streitkräfte mindestens 53 Menschen getötet worden. Zu dem Angriff sei es am Montag in Tessit in der Region Gao im Osten des Landes gekommen, teilte das Militär am Mittwoch mit. Dabei waren 33 Soldaten und 20 Angreifer getötet worden. Zudem wurden 14 Soldaten verletzt. Das Militär sprach von einem Terrorangriff, machte aber keine Angaben dazu, wer hinter dem Angriff steckte.

In Mali und den umliegenden Ländern sind seit Jahren mehrere Terrorgruppen aktiv, einige haben Al-Kaida oder dem "Islamischen Staat" die Treue geschworen. In dem Staat sind UN- und EU-Missionen aktiv, an denen sich auch die deutsche Bundeswehr beteiligt.


Niger 17.03.2021

Mindestens 58 Tote bei Angriff auf Markthändler im Niger

Im Niger sind mindestens 58 Menschen bei einem Massaker ums Leben gekommen. Laut einer im Staatsfernsehen verlesenen Regierungserklärung wurde für Mittwoch eine Staatstrauer angeordnet. Die Attacke hatte sich bereits am Montag in der Tillabéri-Region an der Grenze zu Mali ereignet. Sie richtete sich gegen Händler, die von einem nahe gelegenen Markt zurückkehrten. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt. Bisher habe sich keine Terrorgruppe zu dem Angriff bekannt.

In den Ländern der Sahelregion sind Terrorgruppen aktiv, die Al-Kaida oder dem "Islamischen Staat" (IS) die Treue geschworen haben. Die Regierung hat in den Wüstengebieten ausserhalb der Städte wenig Kontrolle, was nicht nur jihadistische Gruppen, sondern auch kriminelle Netzwerke ausnutzen. Vor allem in der Grenzregion zu Mali kommt es immer wieder zu schweren Attacken. Anfang des Jahres kamen bei den Dörfern Tchombangou und Zaroumdareye mehr als 100 Menschen ums Leben.


Cote d'Ivoire 11.03.2021

Premierminister der Cote d'Ivoire in Freiburger Klinik gestorben

Der Premierminister der westafrikanischen Cote d'Ivoire, Hamad Bakayoko, ist tot. Bakayoko starb am späten Mittwochabend in einer Freiburger Klinik an den Folgen einer Krebserkrankung, hiess es in einer Erklärung im nationalen Fernsehen der Cote d'Ivoire.

Der 56-Jährige galt als möglicher Nachfolger von Präsident Alassane Ouattara. Dieser bezeichnete Bakayoko in der Erklärung als "meinen Sohn" und engen Mitarbeiter, der zu früh aus unserer Mitte gerissen wurde. Das Land sei in Trauer, teilte Ouattara auf Twitter mit.

Er hatte zuvor Patrick Achi zum vorübergehenden Regierungschef ernannt. Bakayoko war erst im Juli vergangenen Jahres zum Nachfolger des an einer Herzerkrankung gestorbenen Regierungschefs Amadou Coulibaly bestimmt worden. Bakayoko war laut der Nachrichtenagentur Reuters Mitte Februar zunächst zu medizinischen Untersuchungen nach Frankreich geflogen worden, später wurde er nach Freiburg verlegt.


Senegal 05.03.2021

Ausschreitungen erschüttern Senegal

Die Festnahme des Oppositionsführers Ousmane Sonko in Senegal hat den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen in dem westafrikanischen Land geführt. In der Hauptstadt Dakar lieferten sich am Freitag hunderte junge Menschen Strassenkämpfe mit Polizisten. Sie errichteten Barrikaden aus brennenden Reifen und schleuderten unter anderem Steine gegen die Einsatzkräfte, die Tränengas einsetzten.

Am Freitagabend rief UN-Generalsekretär António Guterres zur Deeskalation auf. Er sei "sehr besorgt". Ein Gericht hatte am Freitag entschieden, dass Sonko wegen Störung der öffentlichen Ordnung in Gewahrsam bleiben müsse. Sonko, dritter bei der Präsidentenwahl 2019, war am Mittwoch auf dem Weg zum Gericht festgenommen worden, wo er zu Vergewaltigungsvorwürfen Stellung nehmen sollte. Daraufhin kam es in der Hauptstadt und in anderen Städten des Landes zu Plünderungen und Ausschreitungen, bei denen Berichten zufolge mehrere Menschen starben. Am frühen Freitag soll das Internet zwischenzeitlich abgestellt worden sein. Wie "africanews" zudem berichtete, schalteten die Behörden zwei lokale Fernsehsender ab, weil sie sich "zu sehr auf den gewalttätigen Protest konzentriert hätten".

"Ich glaube nicht, dass es sich beruhigen wird. Die Menschen werden aufbegehren", zitiert die "Deutsche Welle" einen Senegalesen. Der besonders bei jungen Menschen beliebte Sonko gilt als Widersacher von Präsident Macky Sall. Sonko ist 46 Jahre alt, Muslim und Chef der oppositionellen Pastef-Partei. Im vergangenen Monat hatte eine Angestellte einer Praxis, in der er nach eigenen Angaben wegen Rückenbeschwerden behandelt wurde, Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben. Sonko weist dies als Versuch Salls zurück, ihn politisch diskreditieren zu wollen. In der Vergangenheit wurden schon andere Gegner, wie der frühere Bürgermeister von Dakar, mit Tatvorwürfen in Verbindung gebracht und konnten später nicht mehr bei der Präsidentschaftswahl antreten.

Senegal galt bislang als Vorbild für Stabilität in Westafrika. Es gab drei friedliche Machtwechsel in den Jahren 2000, 2012 und 2019. Ein Putsch blieb dem Land erspart. Ausserdem blieb das mehrheitlich muslimische Land von islamistischen Anschlägen weitgehend verschont.


Niger 03.01.2021

Mehr als 70 Tote bei Anschlag

In Niger haben bewaffnete Angreifer mindestens 70 Menschen getötet. Die genauen Umstände sind noch unklar. In dem westafrikanischen Land kommt es immer wieder zu Anschlägen. Im westafrikanischen Niger haben Bewaffnete mindestens 70 Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa und beruft sich auf eine Mitteilung des nigrischen Innenministers Alkache Alhada. Demnach soll die Attacke auf zwei Dörfer in Grenznähe zum Nachbarstaat Mali stattgefunden haben. Die genauen Umstände sind noch unklar.

Im Niger und den anderen Ländern dieser Region sind etliche Terrorgruppen aktiv, die Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) die Treue geschworen haben. Zusammen mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso ist der Niger Teil der G5-Sahel-Gruppe. Die Vereinigung will die Terrorgruppen bekämpfen. Die Regierung in Niger hat in den Regionen ausserhalb der Städte aber wenig Kontrolle. Das nutzen neben dschihadistischen Gruppen auch kriminelle Netzwerke aus.Erst Mitte Dezember hatte die Terrormiliz Boko Haram ein einem Dorf in Niger hunderte Häuser in Brand gesetzt und mehrere Menschen getötet.


Niger 02.01.2021

Stichwahl um Präsidentenamt

Im westafrikanischen Niger kommt es nach der Präsidentenwahl vom 27. Dezember zu einer Stichwahl, weil keiner der 30 Kandidaten die notwendige Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen erreichte. Der Kandidat der Regierungspartei, Mohamed Bazoum, bekam laut vorläufigem Ergebnis vom Samstag 39,33 Prozent der gültigen Stimmen, der frühere Präsident von der Opposition, Mahamane Ousmane, 16,99 Prozent. Die Stichwahl ist für den 21. Februar geplant.

Bazoum ist ein früherer Minister und Vertrauter von Präsident Mahamadou Issoufou (68), der nach zwei Amtszeiten nicht mehr angetreten war. Der Oppositionskandidat Ousmane war 1993 bereits als erster demokratisch gewählter Präsident an die Macht gekommen, 1996 jedoch vom Militär gestürzt worden. Die Wahlen sollen den ersten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte des Landes einläuten. Die Wahlbeteiligung beim ersten Wahlgang lag laut Wahlkommission vom Samstag bei 69,67 Prozent. Rund 7,4 Millionen Bürger hatten sich registrieren lassen. Der erste Wahlgang verlief trotz Terrordrohungen weitgehend friedlich.





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