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Öl-Verschmutzung im Niger-Delta


Abuja 04.08.2011

Die Öl-Verschmutzung im Niger-Delta könnte nach Angaben der Vereinten Nationen, die grösste Aufräumaktion der Welt notwendig machen. In einem veröffentlichten Bericht des Umweltprogramms UNEP wurden  die Kosten für das Programm von einer Milliarde Dollar genannt. Der benötigte Zeitraum  soll bis zu 30 Jahren für die Massnahmen in Ogoniland betragen. Die Studie kritisiert den Energiekonzern Shell und die nigerianische Regierung, fünf Jahrzehnte lang zu der Umweltverschmutzung beigetragen zu haben. Sehr viele Kommunen in Ogoniland sind jeden Tag Kohlenwasserstoffen ausgesetzt. Dies äussert sich durch dickes, schwarzes Öl in den Wasserläufen und  katastrophalen  Auswirkungen auf die Fischereigebiete und die Pflanzenwelti.


Die Öl-Infrastruktur in Ogoniland gehört überwiegend dem Regierungsunternehmen NNPC und der Royal Dutch Shell. Shell fördert in der Region kein Öl mehr,  jedoch ist das Unternehmen der führende Partner an der Shell Petroleum Development Company (SPDC), die Pipelines kontrolliert.


Eine SPDC-Sprecherin begrüsste den Bericht, erklärte jedoch, dieser müsse zunächst genauer studiert werden. Ein Sprecher des Staatskonzerns NNPC sagte, er habe die Untersuchung noch nicht gelesen. Er kündigte jedoch an, man werde jede Aufräumarbeit in Angriff nehmen.  Der Sprecher wies weiter daraufhin das "Vandalismus an den Pipelines durch die Kommunen" ein grosser Faktor der Verschmutzung ist. Auch Shell hat erklärt, die meisten Fälle von Ölpest im Delta gingen auf Diebstahl und Sabotage Angriffe zurück. Das Unternehmen hat ebenfalls zugesagt, die Verschmutzung ohne Rücksicht auf die Ursache zu beseitigen.


Shell beendete die Förderung in Ogoniland nach einer Kampagne des Autors und Ken Saro-Wiwa. Er wurde später von der nigerianischen Militärregierung hingerichet, was international zu einem Aufschrei führte.


Ein grosses Problem zur Beseitigung der Schäden ist auch die lange anhaltend hohe Korruption in Nigeria.


Quelle: Pressemeldungen





Giftmüll aus Europa in der Côte d'Ivoire


Nach dem tödlichen Giftmülltransport im Jahr 2006 in die Côte d'Ivoire war in den Niederlanden der Schweizer Erdölkonzern Trafigura zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro verurteilt worden. Das Unternehmen hatte das Schiff "Probo Koala" für den Transport von 500 Tonnen Giftmüll gechartert, der dann auf offenen Halden in Abidjan entsorgt wurde. Mindestens 17 Menschen starben an den Folgen des Giftmülls.


Der Frachter "Probo Koala", gechartert vom niederländisch-britischen Trafigura-Konzern, hatte hochgiftigen Schlamm an die Côte d'Ivoire gebracht. Dieser bestand aus Resten der ölverarbeitenden Industrie. In Akuedo wurden rund 500 Tonnen davon in die kleinen Bäche der Mülldeponie gekippt.


Im Jahr 2010 war das Gift immer noch da. In der Regenzeit wurde es durch das verseuchte Grundwasser nach oben gespült. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Migräne, Nasenbluten und bei manchen ist ein Grippegefühl bis heute geblieben. Die Krankheiten waren deshalb seit 2006 dramatisch angestiegen. Chronische Atemwegserkrankungen, Hautausschläge und Sehbehinderungen waren in Akuedo seit 2006 ebenso dramatisch angestiegen wie Fehlgeburten und Krebs. Sogar die Vereinten Nationen gingen davon aus, dass die Giftmüllimporte Schuld an den mysteriösen Todesfällen und Krankheiten waren.


Die Aufräumarbeiten in der Côte d'Ivoire hatte Trafigura mit rund 150 Millionen Euro unterstützt. Doch viel davon war in Abidjan in korrupten Kanälen versickert. Deswegen blieb in Akuedo alles beim Alten. 30.000 Betroffene hatten im Jahr 2009 von Trafigura etwas mehr als 1000 Euro Entschädigung erhalten. Das Geld war längst ausgegeben für unzählige Behandlungen in den Krankenhäusern. Trafigura hatte viele Leute gekauft und sie mit Geld zum Schweigen gebracht. Die Konzernleitung hatte sich bereits mit der Regierung der Côte d'Ivoire geeinigt die Leute zu kaufen.


Quelle: tagesschau.de 2010


Müll


In vielen westafrikanischen Ländern ist die Müllentsorgung ein grosses Problem. Aufgrund fehlender Strukturen bei der Beseitigung des Mülls wird dieser vielfach illegal entsorgt oder muss auch so entsorgt werden weil Kapazitäten fehlen.

Was von dem Müll nicht mehr verwertet werden kann wird oft auf den Strassen und den Strassenrändern deponiert und zum Teil auch dort verbrannt.


Durch fehlendes Umweltbewusstsein und mangelnde Aufklärung können die Leute auch nicht wissen welchen Gefahren sie sich durch diese Müllverbrennungen aussetzen.

Mit den Müllverbrennungen kann es zu toxischen Belastungen an Mensch und Umwelt kommen. Gerade beim Verbrennen von Plastikmüll entstehen gefährliche Dioxine die auf Jahre eine Gesundheitsgefährdung darstellen.


Besonders belastet sind auch die Küsten an denen in viel Abschnitten sehr viel Plastikmüll angeschwemmt wird. Gerade das Plastik in den Meeren kann durch Fische in die Nahrungskette zurückgelangen und langfristig gesundheitliche Schäden anrichten.


Ein weiteres Problem ist der Versuch Müll von Europa und anderen Ländern nach Westafrika zu entsorgen, sowohl Legal als auch Illegal. Hier ist die Korruption nicht unbeteiligt.

In vielen Regionen Westafrikas ist die Natur noch auf Jahrzehnte nachhaltig geschädigt. Im Interesse der dort lebenden Menschen ist ein baldiges Eingreifen dringend Nötig.

   

Brennender Plastikmüll in den Strassen

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Karte von Abidjan mit der Giftmüllbelastung

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Strand in Westafrika mit Unmengen von Plastikmüll

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Müllkippe am Strassenrand

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Brennender Müll in Innenstädten

Pressemeldungen Umwelt


12.2016

Fünf Westafrikanische Staaten reduzieren Schwefel-Höchstwert für Diesel.

In vielen afrikanischen Ländern sind die Standards für Treibstoffe wesentlich tiefer als etwa in Europa. Nun haben fünf Länder die Werte angepasst. Ölhändler mit Sitz in der Schweiz nutzen derzeit gemäss Public Eye die hohen erlaubten Schwellenwerte in Afrika aus und haben daraus ein lukratives Geschäft entwickelt. So sollen sie stark schwefelhaltigen Diesel verkaufen, der wesentlich zur Feinstaubbelastung beitrage. Public Eye geht im Bericht auf die Machenschaften von Vitol oder Trafigura ein. Die Ölhändler gehören zu den umsatzstärksten Schweizer Unternehmen.

Trafigura sorgte etwa vor rund zehn Jahren für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass das Unternehmen grosse Mengen an Giftmüll an der Côte d’Ivoire heimlich entsorgte. Trafigura wurde anschliessend von einem Gericht zu Zahlungen in Höhe von gut 150 Millionen Euro verurteilt.

An einem vom UNO-Umweltprogramm Unep einberufenen Treffen im nigerianischen Abjua haben die fünf westafrikanischen Staaten Nigeria, Benin, Togo, Côte d’Ivoire und Ghana entschieden, die Einfuhr von dreckigem Diesel zu verbieten. Sie reduzieren den zulässigen Höchstwert von Schwefel in dieser Treibstoffart auf 50 ppm (Teile von einer Million). In Europa gilt seit 2009 ein maximal erlaubter Wert von 10 ppm.

Grundlage für die geplante Gesetzesänderung ist ein Bericht der Schweizer Nichtregierungsorganisation Public Eye (ehemals Erklärung von Bern). Sie hatte kritisiert, dass europäische Rohstoffhändler die afrikanischen Märkte mit besonders billigem, aber sehr dreckigem Treibstoff versorgen würden, da die dort erlaubten Grenzwerte viel zu hoch sind. In Nigeria beispielsweise liegt der Wert derzeit bei 3000 ppm, in Togo gar bei 10'000 ppm.

Für die Bewohner der betroffen Metropolen hat der dreckige Treibstoff massive negative gesundheitliche Auswirkungen. Er soll verantwortlich für Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Asthma sein.


12.2016

POL-IZ: 161207.4 Brunsbüttel: Unerlaubte Entsorgung von Lebensmittelresten vor Westafrika

07.12.2016 – 12:30

Brunsbüttel (ots) - Bei einer so genannten MARPOL-Kontrolle haben Beamte des Wasserschutzpolizeireviers Brunsbüttel auf einem Schiff im Elbe-Hafen einige Verstösse festgestellt und den Ersten Offizier gebührenpflichtig verwarnt.

Bei der Sichtung der Papiere des MS "Jag Aabha", Flagge: Indien, entdeckten die Beamten Einträge, die auf insgesamt 18 unerlaubte Entsorgungen von Lebensmittelresten vor der Küste Westafrikas schliessen liessen. Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Entsorgung nicht auf seinem Kurs, sondern lag vor Anker oder liess sich treiben. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erhielt von dem Vorfall Kenntnis. Wegen weiterer Eintragungsmängel im Öltagebuch verwarnten die Polizisten den Chief Officer ausserdem mit 20 Euro.

Merle Neufeld


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