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Hungerkrisen in Westafrika




Hungerkrise in Westafrika 2017

New York 24.01.2017

Etwa elf Millionen Menschen in Nigeria, Kamerun, dem Tschad und Niger sind nach Angaben der UNO betroffen. In den ehemals besetzten Gebieten der Terrororganisation Boko Haram droht eine alarmierende Hungersnot. Durch den Rückzug der nigerianischen Terroristen und die verbesserte Sicherheitslage haben Hilfsorganisationen seit kurzer Zeit wieder Zugang zu den Gebieten in Westafrika. Im Norden Nigerias, der nach der jahrelangen Herrschaft des Terrorregimes von Boko Haram zerstört und wirtschaftlich verwüstet ist, sind mehr als 500.000 Kinder unmittelbar vom Hungertod bedroht.

Toby Lanzer, Westafrika-Koordinator der UNO-Nothilfeorganisation (OCHA), sagte, er habe in der Region "Aussergewöhnliches" erlebt. "Ich habe Erwachsene gesehen, die überhaupt keine Kraft mehr hatten, die beinahe nicht mehr laufen können. Wir haben Dörfer und Städte ohne zwei-, drei- und vierjährige Kinder gesehen, weil diese gestorben sind." Die Berichte gleichen sich mit einer Meldung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen aus Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaats Borno im Nordosten des Landes.

Besonders kritisch soll die Lage für rund 515.000 Kinder in dem Gebiet rund um den Tschad-See. Sie sind demnach vom Hungertod bedroht. "Wenn sie nicht die Hilfe, die sie brauchen, rechtzeitig bekommen, werden sie sterben", erklärte Lanzer. Zusätzlich verwies er darauf, dass etwa 7,1 Millionen Menschen von nur einer Mahlzeit am Tag lebten.

Bei einer internationalen Geberkonferenz in der norwegischen Hauptstadt Oslo im Februar 2017 hoffen die Vereinten Nationen Gelder im Wert von über einer Milliarde Dollar einnehmen zu können.



Ebola wird  auch 2015 Folgen auf den Hunger  in Westafrika haben

Berlin 17.12.2014

In Westafrika ist 2014 einer der grössten Alpträume der Menschheit wahr geworden. Ein gefährliches Virus, gegen das es weder eine zugelassene Impfung noch ein Medikament auf dem Markt gibt, hat sich den Weg von Guinea in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone gebahnt.

Forscher nehmen rückblickend an, dass ein kleiner Junge in Guinea das erste Opfer der Ebola-Epidemie in Westafrika gewesen sein könnte. Er starb Ende Dezember 2013, also vor einem Jahr. Erst im vergangenen März wurde die Epidemie öffentlich bekannt.

Da die Krankheit zunächst in abgelegenen Regionen auftrat, weit weg von Europa und Amerika, wurde sie masslos unterschätzt. Die Folge: Als die Weltgemeinschaft aufwachte, war es schon zu spät, um den unsichtbaren Gegner unter Kontrolle zu bringen. Und so stürzt er immer mehr Familien in Trauer und Verzweiflung. Über 7500 Personen sind schon qualvoll an Ebola bis Ende 2014 gestorben.

Die Auswirkungen des Virus sind mittlerweile überall zu spüren, nicht nur in den Krankenstationen. "Die Ebola-Epidemie schadet bereits sehr der Landwirtschaft, dem Handel und den Märkten. In Sierra Leone sind lokale Märkte sogar verboten worden wegen der Ansteckungsgefahr", erklärte der Leiter des Berliner Büros des Welternährungsprogramms (WFP), Ralf Südhoff.

Durch die brachliegenden Volkswirtschaften seien zudem die Einkommen vieler Menschen eingebrochen. "Wir müssen daher davon ausgehen, dass bereits 1,7 Millionen Menschen in den drei Ländern vom Hunger bedroht sind." Wenn die Seuche jetzt nicht eingedämmt werde, dann sei zudem die nächste Ernte bedroht. Selbst die optimistischsten Schätzungen des WFP gehen derzeit von mindestens 2,3 Millionen vom Hunger bedrohten Menschen bis Januar 2015 aus. Auch die UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) befasste sich in einem Bericht mit den weitreichenden Folgen der Epidemie: Negativ habe sich die Seuche unter anderem auf das Erziehungswesen ausgewirkt, da viele Schulen geschlossen wurden, sowie auf die Arbeitslosenquoten und die Nahrungsmittelsicherheit.

Die Epidemie schadet Liberia, Sierra Leone und Guinea nach Angaben der Weltbank wirtschaftlich mehr als bislang angenommen. Insgesamt betrage der Schaden in diesem und im kommenden Jahr rund zwei Milliarden Dollar (1,61 Milliarden Euro).



Hilfsorganisationen warnen vor nächster Hungerkatastrophe in Westafrika

Mauretanien 04.03.2014

Nach schlechten Ernten sind in Mauretanien nach UNO Angaben mehr als 635.000 Menschen akut von einer Hungersnot bedroht. Dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge ist bei jedem fünften Einwohner des westafrikanischen Landes die Nahrungsmittel-versorgung gefährdet. Der Grund sind die sehr schlechte Ernten welche die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben.

Das 3,5 Millionen-Einwohner-Land in der Sahel-Zone gehört weltweit zu den Staaten mit der prekärsten Lebensmittelversorgung. Durch häufige Dürreperioden hatte sich die Versorgungssituation in den vergangenen Jahren zunehmend zugespitzt. Laut einer Studie der UNO von 2013 kann die Landwirtschaft des Landes, das zu zwei Dritteln aus Wüste besteht, nur rund 30 Prozent der Lebensmittelnachfrage der Bevölkerung decken.

Die UNO geht davon aus, dass noch acht weitere afrikanische Staaten in diesem Jahr mit Hungerkrisen kämpfen werden. Betroffen seien Burkina Faso, Kamerun, Gambia, Mali, der Niger, Nigeria, der Senegal und der Tschad. Bereits im Januar waren nach Angaben mehrerer Hilfsorganisationen in Mauretaniens Nachbarstaat Mali mehr als 800.000 Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt.



Hungersnot in Mali breitet sich aus

Mali 01.02.2014

In Mali leiden derzeit 800.000 Menschen an Hunger, und weitere drei Millionen Menschen könnten bald hinzukommen. Elf Hilfsorganisationen teilten dies am Freitag in einem gemeinsamen Aufruf mit. Wenn der akute Bedarf an Nahrungsmitteln nicht schnell gedeckt werde, werde sich die Zahl der Hungernden vermutlich verdoppeln, warnte Franck Vannetelle von der Organisation Action Against Hunger.

Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte schon im Juli letzten Jahres Alarm geschlagen, weil in den Regionen Gao, Timbuktu, Kidal und Mopti die Versorgung für drei von vier Familien nicht gesichert war. In dem am Freitag von den Organisationen veröffentlichten Appell hiess es, die Zahl sei in den vergangenen Monaten weiter gestiegen.

Als Gründe werden die instabile Lage nach dem Staatsstreich und der Rebellion im Jahr 2012 sowie eine schwache Ernte genannt. "Die Nahrungsmittelunterstützung für den Norden Malis muss wegen der drohenden Not hochgefahren werden", sagte Osseni Amadou von Care International.

In einer gemeinsamen Erklärung beklagen die Organisationen, dass die Beiträge der Geberländer trotz der Krise dramatisch zurückgegangenen sind.

   


   

Ausgetrockneter Boden

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Hungerkrise Westafrika 2012


In Westafrika bahnt sich eine Hunger-Katastrophe an. Der Grund sind die anhaltenden Dürren und Missernten. Die Bundesrepublik Deutschland hat als erstes europäisches Land frühzeitig mit Hilfen in den betroffenen Regionen eingegriffen.


In der Republik Niger hilft bereits das Welternährungsprogramm (WFP) schon ca. zwei Millionen Menschen, weil in dem westafrikanische Land mit seiner Sahel-Trockenzone, bereits die dritte Dürre innerhalb der letzten Jahre eingetreten war. Die letzte Ernte ist um 25% kleiner ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. In Mauretanien war sie sogar um die Hälfte eingebrochen und in Mali um ein Drittel. Schon jetzt kommt es zu Engpässen, die sich durch die Ernteausfälle im Herbst 2011 abgezeichnet haben. Weil im Niger schon 2005 und 2010 katastrophale Hungersnöte geherrscht haben, hatte das WFP für  dieses Jahr schon 100 Millionen Dollar für das Land eingeplant. Das WFP rechnet damit, dass eine weitere Million Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein wird  und die UN-Organisation benötigt dafür weitere 50 Millionen Dollar.


Im Juli 2006 lagen die Ernteausfälle durch Dürre und Heuschreckenplage in der Republik Niger bei 50 bis 100 Prozent. In den Jahren 2007, 2009 und 2011 litten die Menschen in der Sahel-Region unter heftigen Überschwemmungen. Davon waren allein im September 2009 über 600.000 Menschen in 16 Staaten betroffen. In Burkina Faso gab es nach Angaben von Meteorologen die heftigsten Regenfälle seit 90 Jahren.


In Mauretanien hungern schon über drei Millionen Menschen. In Mali und dem Westen des Tschad rechnet man mit weiteren drei Millionen hungernden Menschen. In den Nachbarstaaten Burkina Faso, dem Senegal und im Norden Nigerias ist die Lage angespannt kritisch und könnte bis zur erwarteten nächsten Ernte im Juli oder August noch dramatisch werden.


Die Preise für Lebensmittel liegen in den betroffenen Ländern gegenüber den letzten 3 Monaten des vergangenen Jahres deutlich über dem Durchschnitt. Durch den notwendigen Zukauf von Lebensmittel wird mit einer Preiserhöhung um 30 bis 40 Prozent im 5-Jahresdurchschnitt gerechnet.

Hilfsorganisationen hatten schon ab Dezember 2011 vor einer neuen Hungerkrise in der Sahelzone gewarnt. Doch der Appell traf überwiegend auf taube Ohren. Das deutsche Entwicklungshilfeministerium hatte schon frühzeitig 5,5 Millionen Euro an das WFP als Hilfe für Westafrika überwiesen. Andere Geberländer haben keine Gelder als Hilfe bereitgestellt. Die späte Reaktion auf die Krise am Horn von Afrika hat zehntausende Menschen das Leben gekostet. In Westafrika soll es diesmal erst gar nicht dazu kommen.


Im Senegal werden besonders fruchtbare landwirtschaftliche Flächen für den Erdnussanbau gebraucht, um daraus gewonnenes Öl zu exportieren, dadurch kann der Eigenbedarf an Grundnahrungsmitteln nicht mehr gedeckt werden kann. In anderen westafrikanischen Ländern werden durch europäische Konzerne grosse Flächen an Land gepachtet oder gekauft um Palmenplantagen anzulegen. Diese werden zur Gewinnung von Bio-Alkohol benötigt, der in der Mineralölindustrie als Kraftstoffzusatz verwendet wird. Somit fehlen auch hier Flächen die zum Nahrungsmittelanbau benötigt werden. Auch dies führt zu Lebensmittelknappheit und Verteuerungen die die Armen Bevölkerungsschichten nicht mehr tragen können.


Die Sahara breitet sich immer weiter nach Süden aus. In den betroffenen Ländern Mali, Niger und Mauretanien hat sich die politische Lage stabilisiert. Mali wird schon seit längerer Zeit demokratisch regiert und in Mauretanien sowie im Niger haben nach zwei Militärputschen schnell demokratische Wahlen stattgefunden.

In Westafrika gibt es auch einige Krisenländer. Das politisch nicht stabile Guinea-Bissau gilt als Anlandehafen für südamerikanisches Kokain, welches von lateinamerikanischen Drogenbaronen dazu benutzt wird die Drogen durch die Sahara nach Europa zu bringen.

Die islamistische Terrororganisation Al Qaida operiert in den Wüstengebieten der Sahelzone um sich mit Entführungen von Touristen zu finanzieren. In den Ländern Mali und Niger kämpfen ausserdem die Tuareg für mehr Unabhängigkeit. In den nördlichen ärmeren Landesteilen von Nigeria terrorisiert die islamistische Sekte Boko Haram weite Gebiete um Nigeria zu spalten. Dies instabilen Verhältnisse  in verschiedenen Ländern Westafrikas tragen auch zu einer weiteren Verbreitung des Hungers bei.



Bundesregierung erhöht Unter­stüt­zung für die Sahel­zone in 2012 um 15 Millionen €


Angesichts der anhaltenden Dürre in der Sahelzone haben Bundesaussenminister Guido Westerwelle und Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Dirk Niebel gemeinsam entschieden, weitere 15 Millionen Euro für die betroffenen Menschen zur Verfügung zu stellen. Mit den zusätzlichen Mitteln werden Vorhaben der Nahrungsmittelhilfe (3 Millionen Euro), der Humanitären Hilfe für Flüchtlinge und Binnenvertriebene (2,5 Millionen Euro) sowie der entwicklungsorientierten Übergangshilfe (9,5 Millionen Euro) gefördert.


Zusätzliche Informationen:

Die Entscheidung greift Empfehlungen der Vereinten Nationen sowie einer Anfang April im Auftrag der Bun­des­re­gie­rung durch­geführten Erkundungsmission auf. Diese hatten fortbestehenden Unterstützungsbedarf fest-gestellt und zugleich die Bedeutung der Stärkung von Selbsthilfekräften in der Region hervorgehoben. Die Kombination aus humanitärer Soforthilfe und längerfristig angelegter Übergangshilfe trägt dem Rechnung.


Die Umsetzung erfolgt über das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WEP), das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sowie in­ter­na­ti­o­nal erfahrene deutsche Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, wie die Deutsche Welthungerhilfe, CARE und HELP.


Aktuell sind rund 15 Millionen Menschen von der Nahrungs­mittel­knapp­heit betroffen. Erschwerend kommen die humanitären Folgen des Konflikts im Norden Malis hinzu; nach VN-Angaben sind fast 300.000 Menschen innerhalb Malis oder in die Nach­bar­länder geflohen.


Die Bun­des­re­gie­rung hat frühzeitig auf diese Krise reagiert und seit Dezember 2011 über 22 Millionen Euro ins­be­son­dere für präventive Massnahmen bereitgestellt. Mit den neuen Zusagen summiert sich ihre Un­ter­stüt­zung für die Sahelzone auf jetzt mehr als 37 Millionen Euro. Deutsch­land ist der drittgrösste bilaterale Geber des WEP in der Sahelkrise nach den USA und Kanada.


Die Region leidet unter regelmässigen Dürreperioden. Akute Ur­sachen überlagern zudem die strukturellen Probleme: Die Wider­stands­fähigkeit der Bevölkerung und die Produktions- und Versorgungs­systeme sind selbst bei guten Ernten gering. Jeder zusätzliche externe Schock führt unmittelbar zu sprunghaft ansteigender Unterernährung.


Quelle: bmz.de