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Ethnie Benin



Adja

Die Adja (Aja) sind Volksstamm von ca. 478.800 Mitgliedern, davon leben ca. 360.000 in Benin. Weitere leben in Togo.


Die dazugehörige Sprache aus der Gruppe der Gbe-Sprachen ist mit dem Ewe verwandt. Man unterscheidet zwischen den Dialekten Hwégbé (Hwe, Ehoué, Hweda), Dógbó-Gbé in Benin und in Togo Tágóbe (Aja-Gbe).

 

Im 12. oder 13. Jahrhundert wanderten die Adja von Tado in den Süden der heutigen Republik Benin.


Um 1550 werden Adja zu Herrschern im Fon-Königreich Allada. Ab 1650 ist auch der Regent von Dahomey mit der von Fon und Adja um 1615 gegründeten Hauptstadt Abomey ein Adja.


Der Legende nach gab es zuvor das Königreich Ardra. Im 17. Jahrhundert kam es zu Nachfolgestreitigkeiten zwischen drei Brüdern, die sich dann aber darauf einigten das Land zu teilen. Kokpon (der Älteste) erhielt Gross-Ardra oder Allada. Do-Aklin erhielt Abomey zu seiner Königsstadt. Te-Agdanlin residierte in seiner Königsstadt Ajatche über das Reich Klein-Ardra oder Aja.


Fon

Die Fon sind eine Ethnie in Benin, Togo, Gabun, Ghana und Nigeria. Viele Fon leben als Flüchtlinge in Europa, vor allem in Frankreich. Im Benin leben Schätzungsweise 1.706.000 Fon, in Togo 55.000, in Frankreich 18.000, in Gabun 14.000, in Ghana 11.000. Wenige Fon sollen auch in Nigeria leben.

Sie sollen aus der Gegend von Tado, einer Stadt in Togo, gekommen sein und gründeten Ardra. Fon eroberten im Norden unter anderem die Stadt Savalu der Mahi. Viele Mitglieder der dortigen Priesterkaste wurden versklavt und gelangten nach Amerika.


Die Fon hatten eine sehr zentralistische und hierarchische Verwaltungsorganisation mit einem Hof, Würdenträgern und einer Armee. Die Armee hatte das Monopol für den Sklavenhandel (daher der Name Sklavenküste).

 

Die Gesellschaft war in vier Stände oder Klassen aufgeteilt. An der Spitze standen die Adeligen und Priester. Ihre Aufgabe war das Fortbestehen des Reiches zu sichern. An zweiter Stelle standen die gemeinen Freien, vor allem Bauern und Handwerker. Sie bildeten den Mittelstand. Dann kamen die Nachfahren von Sklaven. Diese durften von ihren Herren nicht verkauft oder getötet werden, da sie im Herrscherland geboren waren. Die unterste Klasse waren die Sklaven und hatten keine Rechte. Sie arbeiteten meist auf dem Feld, wurden aber manchmal auch Opfer königlicher Riten.


Um 1440 gründen die Fon Allada und stellen bis ca. 1610 den Regenten. Vor 1580 gründen die Fon Sahé mit Ajudá (Ouidah). Um 1615 gründen die Fon Dahomey mit Abomey und stellen bis ca. 1620 den Regenten. Bei allen diesen Reichen stellen später die Adja den Regenten. Streitigkeiten zwischen den Volksgruppen sind jedoch nicht bekannt. Die Kriege waren die Kriege der Herrscher, nicht des Volkes. Gemeinsam blickt man stolz auf die Geschichte von Dahomey zurück.


Das Reich von Dahomey wurde 1894 von französischen Truppen von Senegal aus erobert und Teil von Französisch-Westafrika. Mit dem Tod des letzten König Behanzin von Dahomey wurde eine neue Gesellschaftsstruktur eingeführt. Übriggeblieben vom Fon-Erbe ist eine streng hierarchische Gesellschaftsstruktur sowie die hohe Bedeutung von Beerdigungs-zeremonien. Zu dieser Volksgruppe zählen etwa 2.000.000 Menschen.