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Ethnie Niger



Hausa

Die Hausa (Haussa, Haoussa, Adarawa, Adarawa Hausa, Arawa, Arewa, Fellata, Hausa Ajami, Hausa Fulani, Hausawa, Kurfei, Maguzawa, Soudie und Tazarawa) sind eine Volksgruppe, die in weiten Teilen Nord, West und Zentralafrikas leben. Den Schwerpunkt der Besiedlung bildet dabei der Norden von Nigeria (Provinzen: Kano, Katsina, Sokoto und Zaria) und der Südosten Nigers. Allein in Nigeria leben ca. 21 Mio Angehörige. Im Niger leben ca. 5.600.000 Hausa, was etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Niger ausmacht. Weitere Angehörige der Hausa sind in vielen Ländern des nördlichen, westlichen und zentralen Afrika in Gruppen verschiedenster Grösse zu finden.


Wodaabe

Die Wodaabe (Volk des Tabus) oder Fulbe Bororo gehören zur ethnischen Gruppe der Fulbe. Sie sind einer der letzten Stämme Afrikas, die sich als Rinderhirten in der Sahelzone noch ihr nomadisches Leben bewahrt haben. Überwiegend leben die Wodaabe heute in Niger, wo sie etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.


Ihr Verhaltenskodex betont Zurückhaltung und Bescheidenheit (semteende), Geduld und Seelenstärke (munyal), Sorge und Voraussicht (hakkilo) sowie Loyalität (amana).


Die 45.000 Mitglieder der Gemeinschaft legen Wert auf Schönheit und Charme, die die Grundlage eines ungewöhnlichen und einzigartigen Brautwerbungsrituals bilden. Das Guérewol (Guerewol, Gerewol), (yeera = umherschauen). Das Guérewol ist auch das Dankfest für den üppigen Graswuchs in der Regenzeit. Im September, zum Ende der Regenzeit, kehrt alljährlich dieses Spektakel wieder, bei dem junge Frauen und Männer einen balzend-rituellen Schönheitswettbewerb feiern, der vor den Dorfälteren ausgetragen wird.

 

Die Woodabe sind überregional für ihre Schönheit bekannt. Die Männer tanzen dabei vor potentiell heiratsfähigen Frauen. Die Guérewol-Tänze können sich über Tage hinziehen. Getanzt wird in einem langsamen, stampfenden Rhythmus, der von Trommelschlägen begleitet wird. Besungen wird der Charme der Mädchen. Dabei werden die anmutigsten Mädchen ausgewählt. Ebenso werden die Männer von den Frauen ausgewählt, bis vier oder fünf Personen je Geschlecht übrigbleiben. Die Männer heben ihre männlichen Schönheitsideale durch üppige Make-ups hervor. Dabei wird auf Symmetrie und Gleichmässigkeit der aufgetragenen Kosmetik geachtet. Straussenfedern, Kaurischnecken, Ledergurte und zeremonielle Äxte sowie stilvolle Tracht kleiden die Teilnehmer. Betont werden die den Idealen entsprechenden Vorzüge, wie eine schlanke und muskuläre Statur. Zum Schönheitsideal gehört auch eine hochgewachsene Statur. Weitere Markenzeichen sind strahlend weisse Zähne. Durch Augenrollen wird imponierendes Augenweiss vorgetragen. Tanz- und Gesamtdarbietung finden Berücksichtigung bei der nachträglichen Beurteilung und führen zu Lob und Anerkennung. Die Frauen dürfen die genannten Merkmale eingehend würdigen. Ihnen obliegt die Entscheidung über den Sieger. Besonders bekannt ist das Guérewol in Ingall.


Zarma

Die Zarma (Zerma, Dyerma, Dyarma, Dyabarma, Zabarma, Adzerma, Djerma, Zarbarma) sind eine ethnische Gruppe in Westafrika, die vorwiegend im Südwesten Nigers angsiedelt ist. Ihre Sprache, das Zarma, ist eine der Songhai-Sprachen, sie leben noch traditionellerweise als Ackerbauern.


Im Niger leben die Zarma im Westen des Landes im Gebiet um die Hauptstadt Niamey. In Burkina Faso leben sie Osten des Landes in versprengten Gruppen in der Nähe zur Grenze zum Niger. In Nigeria leben die Zarma im äussersten Westen des Landes an der Grenze zum Niger. In Ghana und im Benin leben sie in versprengten Gruppen vorwiegend im Norden der beiden Länder. Ausserdem leben Zarma in Mali.


Die Gesamtzahl der Zarma wird von verschiedenen Quellen unterschiedlich angegeben. Im Niger leben mit ca.2.100.000 bis 3.386.000 die meisten Zarma. In Nigeria leben ca. 100.000 Zarma.


Das Ursprungsgebiet der Sprache der Zarma liegt im südwestlichen Niger. Es gehört zur Gruppe der Songhai-Sprachen. Kleinere Gruppen von Zarma-Sprechern leben in Nigeria, Burkina Faso, Mali,  Côte d'Ivoire und Ghana. Ein Dialekt ist Kaado. Im Niger weisen Dialekte aus dem Dendi und anderen Songhai-Sprachen Ähnlichkeiten zum Zarma auf.