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Geschichte    Königreich Ashanti






Das Königreich der Ashanti (Ghana)


Das westafrikanische Ashantireich (Asante) bestand über 200 Jahre, von ca. 1680 bis 1896. Es erstreckte sich auf dem Höhepunkt seiner Macht über das gesamte Staatsgebiet der heutigen Republik Ghana mit Ausnahme eines schmalen Streifens ganz im Norden des Landes und einer kleinen, vom Ashantireich umschlossenen und nur kurzfristig beherrschten Enklave an der Südküste (dem Gebiet der Fantiföderation). Östlich und westlich umfasste es noch Teile der heutigen Nachbarrepubliken Togo und Elfenbeinküste. Aufgrund des großen Freiraums, den die Asantehene den eroberten Gebiete ließen, wird das Ashantireich gelegentlich auch als "Ashantiföderation" bezeichnet.


Das Ashanti-Reich entstand durch Zentralisierungsprozesse akansprachiger Völker. Vermutlich ab dem 13. Jahrhundert waren die Akan von Norden kommend in ihr heutiges Siedlungsgebiet in Zentralghana eingewandert. Diese Wanderungsbewegung verstärkte sich Ende des 15./ Anfang des 16. Jahrhunderts, als die Einfuhr von Früchten wie Bananen, Hirse oder Kassawa aus Südostasien bzw. Amerika eine intensivere Besiedelung der bis dahin kaum bevölkerten Regenwaldgebiete Zentralghanas ermöglichte. Die Akanvölker begannen sich in kleineren politischen Einheiten zu organisieren. Erste Königreiche der noch zersplitterten Akanvölker waren Bono, Banda und Akwamu.


Auf dem Gebiet der Ashanti gab und gibt es bedeutende Goldvorkommen, die zu regen Handelsbeziehungen mit den mächtigen Reichen der Sahelzone führten. Zudem kreuzten sich hier die wichtigen Handelswege aus den grossen Handelsstädten des Nordens (Timbuktu, Gao, Djenné) und des Westens (Kano, Sokoto und andere Städte im heutigen Nigeria) auf ihrer Route Richtung Küste.


Die Goldküste versorgte ab ca. 1500 Europa mit Gold und lieferte im 16. Jahrhundert ungefähr ein Zehntel des gesamten Weltbedarfs. Allerdings gelangte nur ein Teil der Ertragsmengen der Goldproduktion in den Handel. Traditionell wurde ein bestimmter Anteil der Golderzeugnisse als Schatz gehortet, mit der Aufbewahrung war die älteste Frau beauftragt. Der Älteste eines Dorfes verwaltete das Gold und bestimmte über Zuteilung als Brautgabe oder als Ware für den Fernhandel zum Wohl der gesamten Lineage. Durch seine Sonderstellung gab es immer wieder Konkurrenzen um die Position des Dorfobersten, der durch seinen sakralisierten Zugang zu Gold eine Vormachtstellung genoss.


In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts veränderte sich die tradierte Sozialstruktur der Akan-Gesellschaften entscheidend. Die Zirkulation von Gold spielte dabei eine zentrale Rolle. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts war der Goldhandel mit den Akan-Gesellschaften von den Portugiesen monopolisiert.


Die Vertreibung der Portugiesen durch die Holländer von der Goldküste 1642 und die nachfolgende Ankunft von Engländern, Brandenburgern und Dänen führte zu einem völlig veränderten Angebot an Waren. Vor allem die Einfuhr von Feuerwaffen gegen Gold bewirkte eine Verschärfung der sozialen Unterschiede.


Feuerwaffen boten den einflussreichen Familien die Möglichkeit, ihre Macht auszubauen. Die Gesellschaften der Goldarmen Gebiete spezialisierten sich auf den Handel mit Sklaven, die sie den europäischen Sklavenhändlern gegen Gold und Feuerwaffen verkauften. Zudem versuchten sie, sich als Zwischenhändler zwischen Goldreichen Gebieten und der Küste zu etablieren. Durch diese Situation wanderten viele Akan-Gesellschaften ab, darunter die Mitglieder des Oyoko-Clans, die sich im späteren Kerngebiet Asantes ansiedelten.



Das Königreich Ashanti

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