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Piroge am Bandama-Fluss in der Côte d'Ivoire

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26.01.2019

Forscher finden Ebola-Virus erstmals in Fledermaus in Westafrika

Forscher haben das für Menschen hochgefährliche Ebola-Virus erstmals bei einer Fledermaus in Westafrika nachgewiesen. Weitere Untersuchungen müssten nun ergeben, ob mehr Fledermäuse betroffen sind und wie sie das Virus verbreiten, erklärte das liberianische Gesundheitsministerium.

"Diese Informationen werden uns helfen, Strategien zu entwickeln, das Risiko weiterer Epidemien zu reduzieren", hieß es weiter. Antikörper gegen das Virus waren bereits zuvor bei Fledertieren in der Region nachgewiesen worden.

Die Analyse des Genoms habe eine große Übereinstimmung mit dem sogenannten Zaire-Ebola-Virus ergeben, das in Westafrika 2014/2015 den verheerenden Ebola-Ausbruch mit rund 11.000 Toten verursacht habe, erklärte der Virologe Simon Anthony von der Universität Columbia in New York zu dem Fund.

"Das ist wichtig, weil wir bislang gar nicht wussten, wie es zu der Westafrika-Epidemie kam", sagte der an der Analyse beteiligte Forscher der Deutschen Presse-Agentur. Nun könne mehr über Ebola herausgefunden werden, auch hinsichtlich der Frage, wie das Virus auf Menschen übertragen werde.

Der Fund ist bislang noch nicht in einer namhaften wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht worden, weil die Untersuchungen noch andauern. Bislang sei nur die DNA von rund einem Viertel der Proben von 4.000 Tieren aus Liberia analysiert worden, erklärte Anthony.

Es sei aber vor allem den Behörden in Liberia wichtig gewesen, die Bevölkerung sofort vor der Tötung und dem Verzehr von Fledermäusen zu warnen. Die tödlichen Folgen des Ebola-Virus seien bekannt. "Daher wäre es falsch gewesen, diesen Fund zurückzuhalten", so Anthony.

Experten nehmen schon lange an, dass Fledermäuse oder Flughunde Träger des Virus und damit der Ausgangspunkt von Epidemien sein können. In Fledertieren Zentralafrikas wurde der Erreger bereits vor Jahren nachgewiesen.

Bei der nun als Träger identifizierten Fledermaus in Westafrika handelt es sich um eine Langflügelfledermaus der Art Miniopterus inflatus, die in Höhlen lebt und sich von Insekten ernährt.

Bei Hunderten weiteren bislang getesteten Fledermäusen konnte das Virus allerdings nicht bestätigt werden. Damit könnte es sein, dass das Tier sich zufällig bei einem anderen Wildtier ansteckte, die Art normalerweise aber kein Reservoir für den Erreger ist.

Das Gesundheitsministerium in Monrovia forderte alle Liberianer auf, keine Fledermäuse mehr zu jagen, zu töten oder zu essen. In Liberia, das einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, dienen Wildtiere wie Fledermäuse häufig als Nahrung.

In Liberia sind seit dem Ende der Westafrika-Epidemie, die vor allem Guinea, Sierra Leone und Liberia getroffen hatte, keine Ebola-Erkrankungen mehr bekannt geworden.

Im Ost-Kongo gibt es derzeit den bislang zweitschwersten Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers. Dort sind bereits mehr als 700 Menschen erkrankt, knapp 450 Menschen starben.

Ein nach der Westafrika-Epidemie entwickelter schützender Ebola-Impfstoff zeigt im Kongo Experten zufolge bislang gute Ergebnisse. Das Virus ist nach einem Fluss im Kongo benannt. Dort wurde es vor Jahrzehnten in dem damals noch Zaire genannten Land erstmals nachgewiesen.


Conakry/Genf/London 26.12.2016

Ebola-Impfstoff bald auf dem Markt?

Während der Ebola-Epidemie in Westafrika starteten einige grosse Impfstudien. Nur eine wurde beendet: Die Vakzine erwies sich als zuverlässig und sicher, wie die Resultate zeigen. Nun sei man dem gefährlichen Erreger nicht mehr schutzlos ausgeliefert, betont die WHO.

Die bislang einzige grosse Studie eines Ebola-Impfstoffs am Menschen belegt einen zuverlässigen Schutz vor dem gefährlichen Virus bei guter Verträglichkeit. Das zeigen die im Fachblatt "The Lancet" vorgestellten Ergebnisse der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleiteten Zulassungsstudie (Phase III) in Guinea. Die Forscher hatten die Vakzine ab 2015 gegen Ende des verheerenden Ausbruchs getestet.

Das Ebola-Virus war 1976 in Afrika entdeckt worden. Der schlimmste bekannte Ausbruch betraf Guinea, Sierra Leone und Liberia von Ende 2013 bis 2016. Damals wurden mehr als 11.300 Tote registriert. Gegen Ende der Epidemie testeten die WHO, die Regierung von Guinea und internationale Partner ab 2015 den Impfstoff am Menschen. Das Präparat rVSV-ZEBOV, das einmal in die Schultermuskulatur injiziert wurde, beruht auf einem Virus, das ein Glycoprotein des Ebola-Typs Zaire trägt, der in Westafrika zirkulierte.

Die Wirksamkeit solcher Mittel lässt sich naturgemäss nur während Epidemien prüfen. Andere Impfstudien, die während des Ausbruchs starteten, wurden wegen der sinkenden Infiziertenzahlen nicht beendet. "Ein verheerender Ebola-Ausbruch ist eindeutig nicht die ideale Situation für eine Impfstudie", schreibt das Team in "The Lancet".



11.2016

Eselfleisch nach China

Ein westafrikanisches Land nach dem anderen hat in den letzten Monaten den Export von Eseln verboten. Mali, Burkina Faso, Niger und zuletzt Nigeria hatten damit auf die extrem hohe Nachfrage nach den Tieren aus Westafrika reagiert. Die Esel stehen jetzt sogar auf der Liste der bedrohten Tierarten.

In Nigeria steht der afrikanische Esel kurz vor der Ausrottung. Chinas Gier  auf die Tiere ist einfach zu gross geworden. Eselfleisch gilt in bestimmten Regionen Chinas als Delikatesse, die Gelatine der Tiere als besonders wertvoll für Süsswaren, traditionelle Medizin oder Kosmetik. Weil China seinen Bedarf aber selbst nicht mehr decken kann, importiert das Land vor allem aus Westafrika.

Mali, Burkina Faso, Niger und Nigeria hatten nun ein Export-Stopp für Esel nach China verhängt. Im Niger wurden im Jahr 2016 bisher mehr als 80.000 Esel exportiert. Das sind jetzt schon drei Mal mehr als 2015. In Burkina Faso stiegen die Exporte innerhalb eines Jahres sogar um das achtzehnfache.

In Nigeria kommt die Esel-Zucht nicht hinterher, die Preise sind nach Oben geschossen. Viele Menschen können das nicht mehr bezahlen. Die Tiere spielen in vielen Teilen Westafrikas eine bedeutende Rolle. In Nordnigeria gibt es drei hauptsächliche Transportmittel: den Esel, das Pferd und das Kamel. Der Esel ist das einzige Tier, welches den hohe Belastungen auf Dauer durchhält. Die Esel kommen in der Landwirtschaft zum Einsatz, werden zum Beispiel auf dem Acker vor einen Pflug gespannt oder dienen als Transportmittel in ländlichen Regionen. Trotz Exportverbot blüht der illegale Handel mit den Tieren. Immer wieder decken nigerianische Behörden illegale Eselexporte auf. Damit der Esel vor der Ausrottung bewahrt werden kann, muss das verhindert werden.