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République de Guinée

Geografie



Fläche und Grenzen:

Guinea umfasst eine Fläche von insgesamt 245.857 km². 59% des Landes sind bewaldetes Gebiet. 10 % des Landes werden als Wiesen- oder Weideland genutzt. 6 % des Landes werden als Ackerland oder Felder genutzt, besonders zum Anbau von Kaffee und tropischen Früchten.


Guinea besitzt mit den folgenden sechs Staaten eine gemeinsame Grenze. Côte d'Ivoire mit einer Länge von 610 km, Guinea-Bissau mit einer Länge von 386 km, Liberia mit einer Länge von 563 km, Mali mit einer Länge von 858 km, Senegal mit einer Länge von 330 km sowie Sierra Leone mit einer Länge von 652 km.


Küsten:

Guinea besitzt eine Küste zum Atlantischen Ozean mit einer Länge von rund 320 km.


Berge:

Der höchste Berg des Landes ist der Nimba im Bergland Fouta Djalon mit einer Höhe von 1.752 m. Weitere hohe Berge sind der: Massif du Tamqué mit einer Höhe von 1.538 m, der Pic der Tibé mit einer Höhe von 1.504 m, der Kavendu mit einer Höhe von 1.421 m und der Mount Ziama mit einer Höhe von 1.307 m


Flüsse:

Der längste Fluss des Landes ist der Niger, der im Bergland Fouta Djalon entspringt und eine Gesamtlänge rund 4.200 km erreicht. In dem Bergland entspringt auch der Gambia, der eine Länge von insgesamt 1.120 m hat. Weitere Flüsse in dem Land sind der Bafing mit einer Länge von 344 m sowie der Konkouré, Kolenté, Fatala, Tinguilinta usw.


Seen:

In Guinea gibt es keine grösseren Seen.


Inseln:

Vor der Küste der Hauptstadt liegen die kleinen Inseln Îles de Los.





Republik Guinea

Guinea liegt in Westafrika und grenzt im Nordwesten an Guinea-Bissau, im Norden an den Senegal und Mali, im Osten an Côte d'Ivoire, im Süden an Liberia und im Südwesten an Sierra Leone. Guineas Flüsse versorgen einen Grossteil Westafrikas mit Wasser. Der Niger fliesst vom südlichen Hochland nach Norden durch Mali, bevor er sich wieder nach Süden wendet (durch Niger, Benin nach Nigeria). Die Küstenebene besteht aus Mangrovensümpfen, während die Fouta-Djalon-Hügel im Landesinneren mehrere Gebirgszüge und Plateaus in Westguinea bilden. Im Nordosten liegen die Sahelzone, die sich bis nach Mali erstreckt. Der Süden ist gebirgig.


Geographische Lage:

11°N - 12°N / 13°W - 17°W

Zeitzone:

MEZ - 1h

Fläche:

245.857 qkm

Höchster Punkt:

Mont Nimba 1752 m

Tiefster Punkt:

Atlantischer Ozean: 0 m

Längster Fluss:

Niger 4200 km (Anteil Guinea)

Hauptstadt:

Conakry

Bevölkerung:

10,057.975 (Juli 2009)

Bevölkerungsdichte:

41/qkm

Ethnische Zusammensetzung:

Peuhl 40%, Malinke 30%, Soussou 20%

Religion:

Muslime 85%, Christen 8%, Naturreligionen 6%

Währung:

1 Guinean Franc = 100 Cauris

Durchschn. Kaufkraft/Jahr:

1.350 EUR


Klima:

Feucht-tropisches Klima mit einer Regenzeit von Mai bis Oktober und Luftfeuchtigkeit annähernd 100%.


Flora und Fauna:

Das Hochland ist mit dichtem Regenwald bedeckt, in dem Edelhölzer wie Teak, Mahagoni und Ebenholz gedeihen. Ansonsten wird die Landschaft durch Savannen-Grasland geprägt. Es kommen die für die Region typischen Tierarten vor: Löwen, Leoparden und Schimpansen, in den Flüssen Flusspferde und Krokodile.


Sprache:

Französisch ist Amtssprache; einheimische Sprachen sind u. a. Susu, Mande und Ful.


Politisches System:

Präsidialrepublik seit 1991 (III. Republik). Verfassung von 1991. Das Parlament (114 Mitglieder) wird alle 4 Jahre gewählt. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre. Unabhängig seit 1958 (ehemalige französische Kolonie).


Wirtschaft:

Die Mehrheit der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt (72%). Subsistenzwirtschaft herrscht vor. Neben der Landwirtschaft spielt der Bergbau eine grosse Rolle. Guineas grosse Bauxitvorkommen entsprechen einem Drittel der weltweiten Ressourcen und erbringen den Grossteil der Exporterlöse. Diamanten, Gold und Aluminium werden ebenfalls abgebaut. Darüber hinaus existieren Pläne zum Abbau von Eisenerz und Granit.

Dank seiner reichen Bodenschätze kam das Land in den Genuss massiver Entwicklungshilfe aus Ost und West. Guinea hat aus der wachsenden regionalen Zusammenarbeit Vorteile ziehen können. So produziert Kamerun z. B. Aluminium aus Bauxit von Guinea. Guinea ist mit Liberia und Sierra Leone Mitglied der Mano River Union und gehört zusammen mit Gambia und Senegal zur Gambia River Basin Development Organisation. Ferner ist Guinea Mitglied der ECOWAS. Unterstüzt durch den Internationalen Währungsfonds verfolgte das Land eine Liberalisierung der Wirtschaft und führte mehrere Strukturanpassungsprogramme durch. Guineas Hauptabsatzmärkte sind Frankreich und die USA, gefolgt von Belgien, Luxemburg, Spanien und Brasilien als weiteren wichtigen Handelspartnern. Die Landwirtschaft liefert Reis, Südfrüchte, Erdnüsse, Hirse, Maniok und Süsskartoffeln sowie für den Export Kaffee, Obst und Gemüse. Die Viehzucht (vor allem Rinder sowie Ziegen und Schafe) hat in den Bergländern Bedeutung, an der Küste die Fischerei (Thunfische). Die Bodenschätze machen rund 85% des Ausfuhrwerts aus (besonders Bauxit, Gold und Diamanten). Im Industriegebiet Fria wird Bauxit zu Tonerde verarbeitet. Landwirtschaftliche Produkte: Reis, Mais, Hirse, Maniok, Ananas, Bananen, Erdnüsse, Orangen, Kaffee, Palmkerne, Viehzucht. Gewinnung von Bauxit, Eisenerz, Tonerde, Gold, Diamanten. Verarbeitung von Bauxit, Eisenerz, Lebensmittel-, Textil-, chem. Industrie, Möbelherstellung, Zementfabriken. Exportgüter: Bananen, Ananas, Kaffee, Palmkerne, Bauxit, Tonerde, Gold, Diamanten.


Land:

Hinter der flachen, sumpfigen Küste steigt das tropisch-feuchtheisse Land nach Nordosten zum Bergland Fouta Djalon (1515 m) der Oberguineaschwelle an. Das Innere nehmen Feuchtsavanne und, im nordöstlichen Grenzgebiet nach Mali zu, Trockensavanne ein.


Bevölkerung:

Die überwiegend islamische Bevölkerung gehort zwei Hauptgruppen an, den Sudaniden und den Fulbe; christliche Minderheiten leben vorwiegend in Städten.


Geschichte:

Vor der Kolonisation bestand in Guinea ein islamischer Staat der Fulbe im Hochland Fouta Djalon. Ende des 19. Jh. setzten sich die Franzosen in dem Gebiet fest und Guinea wurde Territorium von Französisch-Westafrika.


Eine aktive Nationalbewegung erwachte 1952 unter Führung Sekou Toures. 1957 erhielt Guinea Teilautonomie. 1958 wurde es unabhängige Republik unter Präsident Toure. Dieser etablierte ein Terror-system, das auf Repression und Überwachung beruhte.


Nach dem Tode Toures 1984 übernahm das Militär unter Führung von L. Conte die Macht. 1990 wurde per Referendum die Einführung einer neuen präsidialen Verfassung gebilligt. Bei Wahlen 1993 wurde Conte im Amt bestätigt. Die Opposition erhob den Vorwurf des Wahlbetrugs. Die 1995 durchgeführten Parlamentswahlen gewann die PUP, die Partei des Präsidenten. Der Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft kam über Ansätze nicht hinaus.


Am 18. Dezember 1998 wurde Präsident Lansana Conté mit 54 % der abgegebenen Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt, wobei die Oppositionsparteien allerdings von massivem Wahlbetrug sprechen. Schon tags darauf werden mehrere Oppositionspolitiker verhaftet. Conté ernennt am 8. März 1999 den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Lamine Sidimé vom "Parti de l’unité et du progrès" (PUP), zum neuen Regierungschef.


Von September 2000 bis März 2001 wehrte Guinea Angriffe sierraleonischer und liberianischer Rebellen auf das guineische Staatsgebiet ab. Infolge des Bürgerkriegs in Sierra Leone hielten sich zeitweise bis zu 500.000 Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone in Guinea auf. Bei einem Gipfeltreffen der Staatspräsidenten von Guinea, Liberia und Sierra Leone in Rabat im Februar 2002, wurden Wege zur Beilegung des Regionalkonflikts erörtert. Im November 2001 wurden durch ein umstrittenes Referendum zur Verfassungsänderung u. a. die rechtlichen Voraussetzungen für einen Verbleib von Staatspräsident Lansana Conté im Amt über 2003 hinaus geschaffen.


Im Juni 2002 endeten die von wichtigen Oppositionsparteien boykottierten, nicht demokratisch verlaufenen Parlamentswahlen mit einem klaren Sieg der Präsidentenpartei PUP. Der politische Stillstand unter Conté zeigte seine Folgen.


Nach einem Bericht von Transparency International vom November 2006 war Guinea das korrupteste Land Afrikas. Horrende Preissteigerungen trieben die Bevölkerung unter Führung der traditionell starken Gewerkschaften allein 2006 in drei grössere Generalstreiks. Schien bis dahin jeder auf das natürliche Ende der Regierung des greisen Conté zu warten, welches sich durch seine von Diabetes und übersteigertem Zigarettenkonsum stark ange-griffene Gesundheit bereits lange abzeichnete, hatten sich die Gewerkschaften im Generalstreik im Januar und Februar 2007 die Absetzung Contés zum Ziel gesetzt. Proteste wurden von den Sicherheitskräften massiv unterdrückt, wobei mindestens 200 Menschen in den Auseinandersetzungen erschossen wurden. Zwischenzeitlich wurde auch das Kriegsrecht ausgerufen. Mitte Februar schliesslich stimmte der Präsident zu, einen Premierminister zu ernennen, mit dem auch die Gewerkschaften einverstanden waren. Dem von Lansana Kouyaté geführten neuen Kabinett gehörte kein Minister der vorherigen Regierung von Präsident Lansana Conté an. Die Opposition reagierte auf die Ernennung der Regierung vorsichtig optimistisch. Die Gesamtlage blieb jedoch weiterhin angespannt. Für Januar 2008 wurde die Fortsetzung des 2007 unterbrochenen Generalstreikes angekündigt. Es wurde wieder gefordert, dass der Präsident Conté zurücktritt, da er entgegen einem im Februar 2007 geschlossenen Abkommen Entscheidungen traf, die nicht in seiner Befugnis lagen.


Kouyaté wurde im Mai 2008 abgesetzt. Im gleichen Monat kam es in Teilen der Armee zu Unruhen, die mit ausstehendem Sold begründet wurden. Mitte Juni 2008 streikte die Polizei, woraufhin das Militär zeitweise den Verkehr in Conakry regelte. Es kam zu Verhaftungen von Polizisten durch die Armee, in Medien war die Rede von toten Polizisten; wenige Tage später traten auch Lehrer und Ärzte in einen Streik. Am 20. Juni 2008 stellte Präsident Conté die Liste des neuen Kabinetts vor. Unter den 34 Ministern und 2 Generalsekretären befanden sich erstmals Vertreter der Opposition.


Am 22. Dezember 2008 starb Guineas Präsident Lansana Conté nach langer Krankheit. Unmittelbar danach verübte das Militär einen Putsch. Der damalige Hauptmann Moussa Dadis Camara erklärte im staatlichen Rundfunk, die Regierung sowie andere Institutionen der Republik seien aufgelöst, die Aktivitäten der Gewerkschaften würden unterbunden und die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Ein "Konsultativrat" bestehend aus Zivilisten und Armeeangehörigen werde demnächst eingesetzt. Guineas Verfassung sah vor, dass der Parlamentspräsident Aboubacar Somparé die Amtsgeschäfte als Nachfolger vom verstorbenen Präsidenten übernehmen und innerhalb von 60 Tagen Parlamentswahlen organisieren sollte. Am 24. Dezember 2008 wurde ein Nationalrat für Demokratie und Entwicklung gebildet, an dessen Spitze als Staatsoberhaupt Camara stand. Dieser Nationalrat regierte Guinea bis zu Neuwahlen im Jahr 2010.


Nach der Präsidentschaftswahl vom 7. November 2010 wurde der Oppositionsführer Alpha Condé von der Wahlkommission zum Sieger ausgerufen. Mit 52,5 Prozent und einem Vorsprung von 142.000 Stimmen siegte der 72 Jährige Condé vor Cellou Dallein Diallo. Der ehemalige Premierminister und Vertreter der Peul konnte seine Stimmen gegenüber dem ersten Wahlgang im Juni kaum noch steigern. Condé verstand es im Wahlkampf fast alle anderen Ethnien auf seine Seite zu bringen.


Die Präsidentenwahl am 11. Oktober 2015 verlief ohne Zwischenfälle. Die befürchtete Gewalt blieb aus. Der Amtsinhaber Alpha Conde wurde im Amt bestätigt. Der Amtsinhaber hatte beim Urnengang fast 58 Prozent der Stimmen gewonnen und damit eine Stichwahl vermieden. Condés wichtigster Herausforderer Cellou Dalein Diallo, kam auf 31 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung unter den etwa sechs Millionen Stimmberechtigten lag demnach bei rund 68 Prozent. Der 77-Jährige galt trotz der schlechten Wirtschaftslage als Favorit. Die Wahlen fanden unter sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.




Karte von Guinea

Nationalhymne in französischer Sprache

Peuple d'Afrique! Le Passé historique! Que chante l'hymne de la Guinée fière et jeune. Illustre epopée de nos frères. Morts au champ d'honneur en libérant l'Afrique! Le peuple de Guinée prêchant l'unité. Appelle l'Afrique. Liberté! C'est la voix d'un peuple. Qui appelle tous ses frères a se retrouver. Liberté! C'est la voix d'un peuple. Qui appelle tous ses frères de la grande Afrique. Bâtissons l'unité africaine dans l'indépendance retrouvée.


Deutsche Übersetzung

Volk Afrikas!

Die historische Vergangenheit! Man singe die Hymne des stolzen und jungen Guineas, de den Heldenepos unserer Brüder zeigt, Gestorben auf den Feldern der Ehre bei der Befreiung Afrikas! Das Volk Guineas predigt die Einheit, ruft Afrika. Freiheit! Das ist die Stimme eines Volkes, das alle seine Brüder aufruft, sich zusammenzufinden. Freiheit! Das ist die Stimme eines Volkes, das alle seine Brüder aus dem grossen Afrika ruft. Lasst uns die afrikanische Einheit aus der wiedergefundenen Unabhängigkeit aufbauen.


Liberté ist seit 1958 die Nationalhymne Guineas. Die Musik komponierte Fodeba Keita. Der Autor des Textes ist unbekannt.


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Alte Postkarte von Conakry

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